Freude über das neue Christkind

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Freut sich übers neue Christkind: Küsterin Susanne Mahr.

Jügesheim (bp) - Jetzt kann es Weihnachten werden in der katholischen Gemeinde St. Nikolaus. Nach der Entführung des Christkinds aus der Krippe am 30. Dezember 2010 ist nun die neue Christkind-Figur eingetroffen.

Holzbildhauermeister Michael Ohmayer hat sie in seiner „Nebelhorn Holzschnitzerei“ im schönen Oberstdorf im Allgäu aus feinem Ahornholz angefertigt. Jetzt kam die Nachbildung samt neuer Wiege - sorgfältig eingepackt - mit der Post in Jügesheim an.

Seit dem Diebstahl vor einem Jahr hatte die Gemeinde dem Täter mehrfach Gelegenheit gegeben, das 1922 geschnitzte Original heimlich und anonym zurückzubringen. „Die Kirche war immer offen. Wenn jemand das Christkind unerkannt hätte ablegen wollen, hätte er genug Chancen dazu gehabt“, beschreibt Küsterin Susanne Mahr die Situation. Doch die Figur blieb verschwunden.

Neue Figur passt hervorragend zu den übrigen

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Folglich entschied sich die Gemeinde, eine neue anfertigen zu lassen. Susanne Mahr schickte dem Holzbildhauer ein Foto vom gestohlenen Exemplar nach Oberstdorf. Danach fertigte der Künstler einen ersten Entwurf. „Die Farben waren aber zu kräftig. Das hat nicht gepasst.“

Im zweiten Anlauf erhielt Ohmayer mit der Post aus Jügesheim die Maria-Figur aus der Weihnachtskrippe als Vorlage. Das war der Durchbruch. Die neue Jesus-Figur passt hervorragend zu den übrigen.

Ab Montag wird Susanne Mahr die Krippe in der Kirche St. Nikolaus aufbauen. Wann die Hauptperson der Weihnachtsgeschichte zwischen Maria, Josef, Ochs und Esel erstmals zu sehen sein wird? Natürlich an Heiligabend.

Täter hinterließen vor einem Jahr nur einen Fußabdruck im Moos

Dann wird der Frevel vom vergangenen Jahr wohl vergessen sein. Damals hatten die Diebe auf den leeren Platz, an dem Futterkrippe und Kind standen, eines der Schafe gelegt, das zu dem Ensemble eines Bergsträßer Holzschnitzers gehört. Zurück blieb als Spur der Tat lediglich ein Abdruck im Moos, das als Dekoration dient. Ein Schnitzkünstler aus Bensheim an der Bergstraße hatte die Figurengruppe im Jahr 1922 angefertigt.

Es war beim Diebstahl vor einem Jahr nichts beschädigt worden, die Täter gingen behutsam vor. Und sie müssen sich Zeit genommen haben. Denn das Christkind hat seinen Platz traditionell im hinteren Teil der in Terrassen angeordneten Krippe. Sie steht auf einem großen Holzpodest. Da mussten die Ganoven schon einen Stuhl holen und dann vorsichtig hochkrabbeln.

Schon einmal hatte es in St. Nikolaus einen solchen Kriminalfall gegeben. Nach der Erinnerung von Susanne Mahr war die Heilige Familie damals aber nach und nach wieder aufgetaucht.

Auch in der Nachbargemeinde Urberach gab es einen Krippendiebstahl. 2007 kamen bei einer Ausstellung in der St.-Gallus-Kirche Holzfiguren weg. Und die Nazarius-Gemeinde Ober-Roden schützt ihre Krippen täglich mit einer Krippenwache. Auch öffnet die Nazarius-Kirche aus Sicherheitsgründen am Heiligen Abend erst jeweils 30 Minuten vor den Nachmittagsgottesdiensten. Dasselbe gilt für die Christmette am späten Abend.

Quelle: op-online.de

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