Friedhelm Meinaß will eleganten Jaguar zähmen

Limousine soll zum Elektromobil werden: Geldgeber gesucht

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Auch Energiesparen liegt Meinaß am Herzen (hier mit der von ihm bemalten Limousine). Wer sich an dem Projekt beteiligen will, meldet sich bei dem in Nieder-Roden lebenden Künstler.

Nieder-Roden - Friedhelm Meinaß ist als bildender Künstler gefragt. Seine Beziehung zu schönen Autos hat er bereits mit zwei eigenhändig bemalten Jaguar-Limousinen demonstriert. Von Simone Weil 

Jetzt plant er, eines dieser Fahrzeuge zum Elektromobil umzurüsten, das Auto als Firmenwagen und kunterbuntes Aushängeschild zu nutzen. In seiner wild und expressiven Malweise hat der in Nieder-Roden lebende Künstler Friedhelm Meinaß zwei Jaguar-Limousinen gestaltet (wir berichteten). Von einem Passanten auf der Straße auf den Verbrauch des schönen Fahrzeugs angesprochen, verstieg sich der umtriebige Maler zu der Behauptung, dass Auto würde bald elektrisch laufen. Bei Sprüchen wollte Meinaß es nicht belassen: Er fand tatsächlich eine Firma in Offenbach, die Erfahrung mit dem Umbau älterer Autos in E-Mobile hat. Aber so ein komplexes Fahrzeug wie den Jaguar hatten Vater und Sohn noch nicht in den Fingern. Bislang waren es eher kleine Wagen wie Käfer und Minis mit direktem Motos-Achs-Antrieb, die von ihnen umgerüstet worden waren.

Friedhelm Meinaß (links) und Rainer Lorey in der Offenbacher Werkstatt, in der aus dem sonoren Jaguar ein Elektromobil werden soll.  J Foto: p

Die britische Nobel-Limousine aber hat vorne den Motor, hinten den Antrieb und noch eine Automatik-Schaltung und ist ein großer Brummer. Eine echte Herausforderung für die Tüftler an der Sprendlinger Landstraße. Rainer und Marco Lorey (Vater und Sohn) nahmen die Herausforderung an. Sie kalkulierten das Umrüstungsprojekt auf stolze 26.000 Euro. Meinaß überlegte und kam auf die Idee einer Beteiligung: Nun sucht er 260 Mit-Initiatoren, die jeweils 100 Euro beisteuern. Sie alle werden anteilsmäßig Inhaber dieses „Kunst-Umwelt-Pilotprojektes“, wie der Initiator sagt. Dafür gibt es nach Abschluss der Aktion auch eine Dokumentation für jeden der Sponsoren. Die Hälfte der Geldgeber hat der Künstler bereits zusammen. Die anderen 130 müssen noch gefunden werden. 2018 soll das Auto dann fertig sein.

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Mit der Aktion will Friedhelm Meinaß übrigens Oldtimer-Freunden auf die Sprünge helfen, die in einem Dilemma stecken: Der normale Spritverbrauch ihrer Autos lässt sich im 21. Jahrhundert nicht mehr rechtfertigen und doch hängen die Besitzer an ihren Fahrzeugen, die sie nicht nur in der Garage stehen lassen wollen. Der Künstler hofft also, dass seine Initiative doch einige Nachahmer findet. Schließlich findet der Maler, dass ein altes Auto in Sachen Energie gar nicht so schlecht abschneidet, wenn man berücksichtige, dass in der Zeit andere Fahrer mehrere Neuwagen verschleißen: Denn auch die Herstellung eines solchen Vehikels bedeutet einen riesigen Energieaufwand.

Kontakt: meinass@meinass.com

Quelle: op-online.de

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