Frische Luft und voller Kalender

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Blumen für die Mitarbeiterinnen: Sibille Steinmeyer (links) und Melanie Besic (rechts) arbeiten im Vorzimmer von Bürgermeister Jürgen Hoffmann.

Rodgau ‐ Frischer Wind im Rathaus: Ein weit geöffnetes Fenster und ein voller Terminkalender erwarten Bürgermeister Jürgen Hoffmann, als er gestern um 8 Uhr zum ersten Arbeitstag kommt. Von Ekkehard Wolf

„Ich war heute Morgen richtig nervös“, erzählt der 49-jährige Sozialdemokrat, bevor er seine beiden Mitarbeiterinnen Sibille Steinmeyer und Melanie Besic mit Blumen begrüßt. Dann betritt er erstmals sein Büro mit den schwarz glänzenden Tischen und grauen Wandschränken.

„Ah, das Blackberry ist schon da“, freut sich Hoffmann über sein wichtigstes Arbeitsgerät für unterwegs. Damit hat er nicht nur seine E-Mails, sondern auch den Terminkalender griffbereit. Fünf Termine stehen am ersten Tag schon drin: 9 Uhr Dezernentenrunde, 10 Uhr Amtsleiterbesprechung, 11 Uhr Vorbereitung der nächsten Magistratssitzung, 14 Uhr Personalversammlung im Bürgerhaus Dudenhofen. „Und um 17 Uhr habe ich das Vergnügen, die Kollegen zum Challenge-Lauf zu verabschieden.“ Zwischendurch hofft Hoffmann auf die Gelegenheit, mit seinen Mitarbeiterinnen im Vorzimmer einige grundlegende Dinge zu besprechen: „Wir müssen uns ja auch organisieren.“

Kurze Zeit der Einarbeitung

Gleich am ersten Arbeitstag legte Hauptamtsleiter Hans-Peter Hermann dem neuen Bürgermeister die ersten Papiere zur Unterschrift vor.

Außerdem hat er den Ehrgeiz, an den ersten Arbeitstagen möglichst vielen Mitarbeitern an ihren Arbeitsplätzen „Guten Tag“ zu sagen. „Die Zeit der Einarbeitung wird sehr kurz sein“, ist sich Jürgen Hoffmann bewusst, „entscheidend ist die Zeit danach.“ Jetzt komme es darauf an, ein gutes Fundament für die Sacharbeit der nächsten Jahre zu bereiten. Er wolle mit beiden hauptamtlichen Magistratskollegen gut zusammenarbeiten und sei für Politiker aller Richtungen gesprächsbereit: „Dass wir bis zum 4. Juli eine etwas schwierigere Situation haben, versteht sich von selbst.“

Einen direkten Draht zu Jürgen Hoffmann haben Bürger unter anderem per E-Mail und über das soziale Netzwerk „Wer kennt wen“. Vor allem setzt er auf das persönliche Gespräch, auch und gerade bei Konflikten: „Bevor man böse Briefe schreibt, sollte man sich zusammensetzen und miteinander reden.“

Der leichte Morgenwind hat die abgestandene Luft der letzten Tage aus dem Büro getragen. Im Bücherregal haben frühere Bürgermeister einige Bücher über die Partnerstädte hinterlassen. Daneben liegt der Gedenkteller einer Verschwisterungsfeier, noch in Zellophanfolie eingepackt. Ganz leer sind auch die Einbauschränke nicht. In einem Schrank stapeln sich die Haushaltspläne der vergangenen Jahre.

Bilder der Amtseinführung von Bürgermeister Jürgen Hoffmann

Amtseinführung von Bürgermeister Jürgen Hoffmann

Zwei persönliche Dinge bringt der neue Bürgermeister an seinen Arbeitsplatz mit: Eine Uhr, die in einen Wasserzähler eingebaut ist („die habe ich damals bei meinem Abschied von den Stadtwerken bekommen“) und einen Wandkalender mit Hai-Motiven, der ihn an sein liebstes Hobby erinnert, das Tauchen. Kein Foto von Frau und Kindern auf dem Schreibtisch? Hoffmann lacht: „Meine Familie habe ich im Kopf. Da brauche ich kein Bild.“

Hauptamtsleiter Hans-Peter Hermann hat schon die ersten beiden Unterschriftenmappen mitgebracht: Rathausschlüssel, Anordnungs- und Zeichnungsbefugnisse, Alarmierungsplan für Notfälle und einiges mehr. Nachdenklich meint der erfahrene Beamte: „Da merkt man, wie alt man wird. Herr Hoffmann ist der vierte Bürgermeister, bei dem ich Hauptamtsleiter bin.“

Quelle: op-online.de

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