Rodgau

Der Frost füllt die Auftragsbücher

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Kleiner Riss, große Wirkung. Eine vom Frost aufgedrückte Kupferleitung.

Der Frost füllt die Auftragsbücher der örtlichen Sanitärbetriebe. Nicht entleerte Außenwasserleitungen platzen, Heizkörper frieren auf, unzureichend gedämmte Rohre in Tiefgaragen bersten. Eine böse Überraschung gab es zum Beispiel im Parkdeck der Rodgau-Passage.

Rodgau - Väterchen Frost hatte eine unterhalb einer Betondecke verlegte Leitung gesprengt. Zum Glück hielt sich der Schaden in erträglichen Grenzen.

„Gartenwasserleitungen frieren jetzt besonders gern auf“,sagt Frank Berg. In solchen Fällen schneidet er das geborstene Rohrstück vorsichtig aus der Leitung heraus, setzt ein Ersatzteil ein und verpresst es mit Hilfe eine Spezialzange. Fertig. „Das ist dann auf Druck und Zug wieder dicht.“ Der Jügesheimer Installateur- und Heizungsbaumeister wird pro Woche zu mindestens zwei Wasserschäden gerufen. Noch gut erinnert sich der Fachmann an ein böses Malheur in einer Garage. Gefrorenes Wasser aus einer kaputten Leitung hatte den Pkw-Unterstand in eine Tropfsteinhöhle verwandelt.

Von„sehr vielen Aufträgen“berichtet auch Heizungs- und Sanitärmeister Jörg Steffens. Für die Wombacher Haustechnische GmbH ist der Experte derzeit im Dauer-Einsatz: Außenarmaturen frieren auf, zwei Bäder in einem Dachgeschoss liefen voll, weil die in den Außenwänden und unterm Dach verlegten Leitungen den Minusgraden nicht gewachsen waren. „Vom Dachgeschoss bis in den Keller“ergossen sich die Fluten in einem leer stehenden Haus, das verkauft werden soll. Ein Durchlauferhitzer war aufgefroren. „Zeitweise haben wir das herkömmliche Tagesgeschäft hintenan gestellt, so viele Notfälle hatten wir“, sagt Steffens. Am 14. und 15. Februar wird sein Team beim Tag der offenen Tür bei Wombacher Tipps für Frostgeschädigte geben - und natürlich wie man vorbeugt.

Von Frostproblemen in schwer beheizbaren Industriehallen berichtet Thorsten Zott, Sanitär- und Heizungsmeister bei der Dudenhöfer Wagner GmbH. „Und kaputte Außenzapfstellen hatten wir bestimmt schon 15.“Es reicht nämlich nicht, im Keller die Außenwasserleitung abzusperren, sondern man muss sie obendrein sorgfältig entleeren. „Sonst hält das Vakuum das Wasser zurück.“

Einen häufig gemachten Fehler beschreibt Sanitärfachmann Willi Durwael. „Die Leute fahren in den Winterurlaub und stellen die Heizung ab.“Im schlimmsten Fall platzen die Heizkörper. „Und die Brühe läuft ins ganze Haus.“

Quelle: op-online.de

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