Frühjahrsschnitt in einigen Gärten schon erledigt

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Der Winter ist vorbei: Heribert Söllner entsorgt die Fichtenzweige, mit denen er die Rosen abgedeckt hatte.

Dudenhofen - (eh) Die Gartensaison hat begonnen, doch am ersten Öffnungswochenende der städtischen Kompostanlage blieb der erwartete Ansturm aus. Am Freitag lieferten bei Regenwetter nur rund 300 Bürger ihre Gartenabfälle ab, auch am strahlend schönen Samstag waren es kaum mehr.

"Normalerweise kommen 700 bis 800 Autos“,erzählte Richard Reppel, der abwechselnd mit Helmut Rühl die Berechtigungsscheine kontrollierte. Die orangefarbene Karte spart bares Geld: Rodgauer Bürger dürfen damit eine Kofferraumfüllung Grünschnitt kostenlos abgeben. Gewerbetreibende und Auswärtige zahlen zehn Euro pro Kubikmeter.

„Was ist denn hier los? Ich dachte, ich müsste ewig warten“,wunderte sich ein Autofahrer über die geringe Besucherzahl. Mit seinem Berechtigungsschein winkte er dem Kontrolleur freundlich entgegen. Andere hatten den orangefarbenen Karton hinter die Windschutzscheibe gelegt. Eine Frau hielt sogar noch die Karten der letzten beiden Jahre bereit.

In Plastikwannen, Müllsäcken und Falttaschen brachten die Hobbygärtner ihre Abfälle mit. Und dann flogen die Zweige, fielen die Wurzeln und wurden abgeschnittene Triebe ausgekippt. Auch der eine oder andere Bio-Beutel voller Küchenabfälle landete auf dem großen Haufen. Sogar ein Weihnachtsbaum wurde noch angeliefert.

„Das ist uns alles im Winter erfroren“,erzählten Christa und Theo Manus aus Nieder-Roden, die aus ihrem Ziergarten mehr herausschneiden mussten, als sie eigentlich wollten. Rudolf Carl aus Dudenhofen brachte etliche große Erikapflanzen, die sich lange gehalten hatten - zuerst auf dem Friedhof und später im Garten. Eine große Fuhre zum Kompostplatz steht ihm aber noch bevor: „Da soll noch ein Baum umgemacht werden.“

Der ehemalige Rodgauer Bauamtsleiter Heribert Söllner kippte Fichtenzweige aus, mit denen im Winter die Rosen abgedeckt waren. Auch den ersten Gehölzschnitt des Jahres hat er schon erledigt. Am Kompostplatz ist er Stammkunde, denn auf seinem Eckgrundstück fällt nicht nur viel Arbeit, sondern auch viel Abfall an: „Wir kompostieren, was zu kompostieren ist und den Rest bringen wir hierher. Das machen wir schon seit Jahr und Tag.“

Mit einem Anhänger voller Zweige kam Jürgen Jochimsen aus Jügesheim. Apfel- und Birnbäume, Sträucher, eine Haselnuss und ein paar Rosen: „Das ist alles, was ich im Frühjahr abschneide.“ Zwei, drei Anhängerladungen an Gehölzschnitt kommen im Jahr zusammen, „das kleinere Zeug grabe ich im Frühbeet unter“. Klaus Böhm, der ihm beim Abladen half, schwört ebenfalls auf Flächenkompostierung: „Das ist ja alles Stickstoff für den Boden. Ich werfe doch meinen Dünger nicht weg.“

An jedem Wochenende trifft man Alfred Lehr auf der Kompostierungsanlage. Neben seinem Hausgarten in Dudenhofen pflegt er noch einen großen Garten außerhalb des Orts. „Das war erst der Anfang“, erzählte er neben dem leer geräumten Auto-Anhänger, „es gibt noch viel Baumschnitt. Alles, was erfroren ist, muss weggeschafft werden.“ Im Frühjahr und Sommer geht es dann mit Grasschnitt und verblühten Blumen weiter.

„So schön wie das mit dem großen Garten ist, es ist auch viel Arbeit“,meinte Michael Hügel aus Weiskirchen, der am Samstag mit einem Kleinlaster voller Gartenabfälle ankam. Kirschlorbeer („wächst wie Unkraut“) und Thuja-Zweige schauten aus dem großen Haufen hervor. Manche Pflanzenteile erzählen ihre eigene Geschichte - etwa wie jenes Stück Baumstamm, das ringsherum seltsame Einkerbungen aufwies. Michael Hügel: „Das war mal eine Felsenbirne, die hat der Efeu erwürgt.“ Der Efeu kam gleich mit auf den Kompost.

FAKTEN

  • Die Kompostanlage an der Straße „Blumenau“ ist montags, freitags und samstags geöffnet.
  •  Rodgauer Bürger dürfen einen Kubikmeter Gartenabfälle kostenlos anliefern.
  • 11 368 m³ zerkleinertes Material wurden 2007 verarbeitet, 9 690 m³ im Jahr davor.

Quelle: op-online.de

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