Frühlingsgruß nach Noten

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Bernd Fischer, Musikvereinsvorsitzender Willi Kratz, Dirigent Rainer Fenchel, Ralf Fischer, Moderator Heinz Karnbach und der frühere Chef des Musikvereins,, Richard Subtil (von links), freuen sich zusammen mit gut 1 000 Gästen auf die Kamelienkonzerte des Musikvereins im Pflanzen-Zentrum Blumenau am 19. und 20. März.

Rodgau ‐ Aus einem Versuch mit ungewissem Ausgang ist eine der etabliertesten Musikveranstaltungen der Region geworden: die Kamelienkonzerte in den Gewächshäusern der Gärtnerei Fischer in Dudenhofen. Von Bernhard Pelka

Zum zehnten Mal in Folge wird der Musikverein Dudenhofen (MV) am 19. und 20. März den Frühling bei Fischers stimmungsvoll nach Noten begrüßen. Begonnen hat diese Erfolgsgeschichte aus Musik und Pflanzenpracht mit einem Testlauf im Jahr 2002, der eigentlich eine Eintagsfliege bleiben sollte.

Richard Subtil blättert in einem Ordner. Darin befinden sich - akkurat in Folie eingeschlagen - alte Unterlagen zu diesem Thema. „Da ist sie ja“, sagt der frühere MV-Vorsitzende und fischt die Einladung zum ersten Konzert behutsam heraus. Es stand unter dem Motto „Ein Konzertabend im Kamelienhaus. Ein Fest für wahre Garten- und Blumengenießer.“

Mit den Jahren wurde die Ausstattung professioneller

„Wir wussten alle nicht, wie es ausgeht. Ein bisschen Bauchweh hatten wir schon“, erinnern sich Bernd und Ralf Fischer. Doch der begeisterte Applaus von 250 Gästen und die später große Nachfrage bestärkten die Veranstalter, eine Wiederholung zu wagen. Mit Recht. Denn es gab Jahre, „da mussten wir Gäste wegschicken, weil kein Platz mehr war.“ Also wurde der Musikabend um einen zweiten Tag bereichert. Heute kommen gut und gerne 1000 Gäste, um die außergewöhnliche Atmosphäre und Kombination aus Musik und Blütenpracht mit allen Sinnen zu genießen. Dabei waren die Anfänge bescheiden. Heinz Karnbach, der die Kamelienkonzerte von Beginn an charmant und sehr sachkundig moderiert, ist ein markantes Detail noch gut erinnerlich. „Ich brauchte zur Moderation ja einen Verstärker. Das war am Anfang die Stereoanlage aus dem Wohnzimmer der Familie Fischer.“ Mit den Jahren wurde die Ausstattung freilich professioneller. Aber zu Beginn mussten die Musikerinnen und Musiker bei den Proben immer erbärmlich frieren. „Einmal hat eine Piccoloflöte sogar einen Riss bekommen - so kalt war es“, berichtet Dirigent Rainer Fenchel schmunzelnd. Seit einigen Jahren wärmt eine ausschließlich für diesen Anlass installierte Heizung die Gäste und Akteure auf der Bühne.

Gefeilt wurde natürlich auch an der Akustik und Beleuchtung im Gewächshaus. Unvergessen sind zum Beispiel die raffinierten Lichteffekte bei der Aufführung von „Das Boot“ im Jahr 2007.

Um die Bewirtung in der Konzertpause kümmert sich liebevoll das gesamte Team der Gärtnerei. Seit Jahren bereichert die Sickenhöfer Kamelienmalerin Heide Jakob die musikalischen Abende mit ihren Bildern.

Aus allen Teilnehmern ist inzwischen fast so etwas wie eine Familie geworden, wenn auch immer nur für eine kurze Zeit. Kein Wunder, dass die Fischers bei solch guter Zusammenarbeit gerne den Blumenschmuck für diverse Veranstaltungen des Musikvereins bereit stellen.

Der Musikverein wiederum achtet beim Kamelienkonzert stets auf eine ausgewogene Mischung aus anspruchsvoller symphonischer Blasmusik und Wohlfühlliteratur zum unbeschwerten Träumen. Das honorieren die Besucher, die ihre Karten ausschließlich im Vorverkauf (Tel.: 21010) erwerben können.

Unter den Gästen sind viele Fischer-Kunden, aber natürlich auch die Fangemeinde des Musikvereins - und nicht zuletzt des Moderators. Zwei Drittel sind Stammkunden. Und ihre erste Frage nach dem letzten Applaus lautet immer: „Wann gibt es Karten für das nächste Konzert?“

Quelle: op-online.de

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