Kommentar: Aus der Traum

Demokratie ist die beste Staatsform der Welt. Aber sie kann manchmal verdammt weh tun. Diese Erfahrung macht zurzeit die Mehrheit der TGS-Mitglieder, die am Freitag ihre Stimme pro Fusion abgegeben haben. Von Bernhard Pelka

Obwohl sie mit 496 Ja-Stimmen deutlich in der Überzahl waren, reichte dies nicht aus, um die Verschmelzung mit TGM SV durchzudrücken. 75 Prozent Zustimmung wären nötig gewesen. Es wurden nur 70,6. Das muss man akzeptieren.

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Zurück bleiben tiefe Gräben in der TGS. Sicher erkennen die Beteiligten rational, dass eine Selbstzerfleischung jetzt das Schlimmste wäre, das dem beispielhaften Verein passieren könnte. Aber wo Gefühle im Spiel sind, ist die Ratio meist ausgeschaltet. Der künftige Vorstand wird folglich große Integrationskraft aufwenden müssen, um ein Auseinanderfallen zu verhindern.

Die Entscheidung geht aber weit über die TGS hinaus. Denn auch TGM  SV hatte viel Engagement - und Geld - in die Verschmelzungpläne gesteckt. Überdies wird nun wohl nichts aus der Stärkung des Jügesheimer Ortskerns durch den Neubau eines Sport- und Kulturzentrums, das die beiden Vereine nach der Fusion eventuell hätten dort errichten wollen.

Enttäuscht ist auch der Sportkreis Offenbach. Dieser hatte sich von der Jügesheimer Fusion Signalwirkung für andere Vereine erhofft. Aus der Traum. Aber auch das muss man akzeptieren. So ist Demokratie nun mal.

Quelle: op-online.de

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