Fusion am seidenen Faden

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Jügesheim - Die Fusion von TGS und TGM  SV Jügesheim hängt am seidenen Faden. Von Bernhard Pelka

In einer Presseerklärung der TGS wirbt deren Vorsitzender Prof. Dr. Jürgen Follmann noch einmal engagiert für den Zusammenschluss, bevor die Vereine am 11. und 15. April über die seit 18 Monaten diskutierte Verschmelzung entscheiden. Im Bemühen um eine ausgewogene Berichterstattung hat unsere Zeitung versucht, auch Kritiker des Vorhabens zu einer Stellungnahme zu bewegen - ohne Erfolg.

Wie ist der Sachstand?

Follmann: Noch ist nichts entschieden. Letztlich müssen die Mitglieder die Fusion mit der Mehrheit von 75 Prozent entscheiden.

Kommen die 75 Prozent Zustimmung bei der TGS zusammen?

Follmann: Ja. Ich habe aufgrund vieler Gespräche das Gefühl, dass die große Mehrheit die Vorteile der Fusion erkannt hat. Leider gibt es einen kleinen Teil der Mitglieder, der gegen eine Verschmelzung ist. Mir wurden bisher aber keine sachlichen Gründe gegen eine Fusion genannt.

Was hält die Kritiker dann von einer Zustimmung ab?

Es scheint die Gefühlsebene zu sein. Einige befürchten, etwas zu verlieren. Dem ist aber nicht so. Alle werden etwas dazugewinnen. Sei es eine neue Sportart, die der eigene Verein bisher noch nicht angeboten hat oder neue Mitglieder und somit neue Freundschaften.

Warum muss es so schnell gehen? Tut’s nicht vorerst auch eine Kooperation?

Follmann: Der Zeitplan kommt nicht vom Vorstand, sondern wurde angeregt von den Abteilungen Fußball und Tischtennis. Sie möchten bereits die nächste Saison zusammenspielen. Nach anderthalb Jahren Fusionsgesprächen ohne ernsthafte Kontrapunkte kann man schwerlich von durchpeitschen reden. Wir verlangen von keiner Abteilung mit dem Stichtag 15. April als eine gemeinsame Abteilung aufzutreten. Jede Sparte bekommt die Zeit, die sie benötigt, um zusammen zu wachsen. Der Zusammenschluss erfolgt nach dem Willen der Abteilungsmitglieder und nicht nach den Vorstellungen des Vorstands.

Genau das sehen Fusionsgegner anders. Dem Vorstand wird vorgeworfen, seine persönlichen Vorstellungen mit aller Macht durchsetzen zu wollen.

Follmann: Der Vorstand hat überhaupt nicht die Befugnisse, seine persönlichen Vorstellungen durchzusetzen. Jeden Schritt haben wir mit den Mitgliedern besprochen und die Zustimmung einer außerordentlichen Hauptversammlung eingeholt. Jedesmal wurde mehrheitlich zugestimmt.

Man wirft Ihnen auch vor, die Mitglieder nicht ordnungsgemäß zu informieren.

Viele, die sich über mangelnde Informationen beschweren, habe ich auf keiner unserer nahezu im Zweimonatsabstand durchgeführten Informationsveranstaltungen gesehen. Natürlich können wir keine Rechenschaft über juristische oder wirtschaftliche Fragen ablegen. Dafür haben wir einen Wirtschaftsprüfer und einen Juristen eingeschaltet, nachdem uns die Hauptversammlung dafür die Zustimmung gegeben hatte. Die Prüfung hat gezeigt, dass beide Vereine sich auf Augenhöhe begegnen. Ich kann heute sagen, dass ich keine Nachteile für den Verein sehe.

Lässt sich der geplante Neubau einer Halle nur bei einer Fusion realisieren?

Ohne eine Fusion verfällt die historische Chance für ein einzigartiges Sport- und Kulturzentrum im Stadtkern von Jügesheim. Eine Renovierung der Halle am Ostring ist keine befriedigende Option. Ein Neubau ist dort planungsrechtlich nicht möglich. Zudem müssten wir bestimmt für zwei Jahre alle größeren Aktivitäten in der Halle ruhen lassen und das Bauvorhaben komplett über Kredite finanzieren.

Quelle: op-online.de

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