„G 8 nicht schlechter“

Rodgau (eh) - Die Quote der Sitzenbleiber in der 11. Klasse ist unabhängig davon, ob die Schüler zuvor fünf oder sechs Jahre lang die Mittelstufe besucht haben. Dies berichtet Dr. Fred Ruths, der Leiter der Claus-von-Stauffenberg-Schule (CvSS) Dudenhofen, nach der jüngsten Versetzungskonferenz.

Er sieht darin einen Beleg für die Aussage von Kultusministerin Dorothea Henzler (FDP), dass die Leistungen von G 8-Schülern nicht schlechter seien als die ihrer G 9-Kollegen.

Derzeit besuchen 304 Jugendliche die Einführungsphase (11. Klasse) der gymnasialen Oberstufe in Rodgau. Zwei Drittel von ihnen (210) haben sechs Jahre Mittelstufe hinter sich, 94 kommen aus dem G 8-Zug. In der 11. Klasse werden sie gemischt, „denn es gibt ja auch keine getrennte Abiturprüfung“, wie Ruths sagt. Sein Fazit am Ende des Schuljahrs: „Die Schüler haben sich gegenseitig auf den gleichen Level gebracht.“

Als Beleg führt der Schulleiter die Zahl der Sitzenbleiber an. 25 der 304 Elftklässler werden nicht zur so genannten Qualifikationsphase (12., 13. Jahrgang) zugelassen. Das sind 8,2 Prozent des Jahrgangs. Unter den Turbo-Gymnasiasten ist die Sitzenbleiber-Quote sogar etwas geringer. 18 Wiederholer (8,6 %) stammen aus G 9 und sieben (7,4 %) aus G 8.

Leistungsvergleich aller Elftklässler

Auch aus eigener Erfahrung als Mathematik-Lehrer kann Dr. Fred Ruths keinen negativen Einfluss von G 8 auf die Schulleistungen erkennen. Die ersten Klassenarbeiten im 11. Jahrgang habe er getrennt ausgewertet. Ergebnis: „Die G 8-er waren im Schnitt fünf Punkte besser.“ Aber das sei nur ein punktuelles Ergebnis und nicht repräsentativ, räumt Ruths ein.

Das Kultusministerium hatte am 30. Mai einen „Leistungsvergleich“ aller derzeitigen Elftklässler veröffentlicht. Demnach lagen die Noten zwischen G 8 und G 9 nur um maximal 0,2 Punkte auseinander. Das entspricht bei den klassischen Zensuren von 1 (Sehr gut) bis 6 (Ungenügend) einer Differenz von weniger als einer Zehntelnote. Woher die Daten stammen, teilte das Ministerium nicht mit. Dr. Fred Ruths nimmt an, dass es sich um Halbjahresnoten aus der Lehrer- und Schülerdatei (LUSD) handelt.

Die Versetzungskonferenz der Claus-von-Stauffenberg-Schule habe die Gesamtleistung der Schüler bewertet, so der Schulleiter: „Wir stellen uns die Frage, ob ein erfolgreiches Mitarbeiten in der Qualifikationsphase möglich ist.“ Die CvSS orientiere sich nicht stur an den Noten. Sie nutze die Möglichkeit, zu Gunsten einzelner Schüler aus pädagogischen Gründen von den Versetzungsregeln abzuweichen.

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © Dieter Schütz/pixelio.de

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