Gänse-Alarm im Strandbad

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Gänse-Alarm am Strandbad in Nieder-Roden: Kot ärgert Gäste und Personal.

Nieder-Roden ‐ Schön anzusehen sind sie ja schon, die Nilgänse am Badesee. Dem Personal des Strandbades und den Gästen bescheren die Exkremente der tierischen Einwanderer aus Ägypten aber jede Menge Ärger. Von Bernhard Pelka

Täglich müssen die DLRG und das Badpersonal die Liegewiesen, Badeinseln, den Wasserspielplatz und den Strand von Gänsekot befreien. Nach Informationen der städtischen Liegenschaftsabteilung kommen täglich mehrere Eimer zusammen.

Das Problem ist nicht auf den Nieder-Röder See beschränkt. Ähnlich viel Aufwand müssen Mitarbeiter der Gemeinde Hainburg am Klein-Krotzenburger Knochensee betreiben. Überall, wo sich Nilgänse breit machen, gibt es außer diesem unappetitlichen Aspekt ihres Daseins allerdings noch ein weiter reichendes Problem: die Exoten dezimieren brutal ihre Konkurrenten.

„Sie scheißen uns den Palmengarten zu“

Im Fernsehen berichtete diese Woche der Direktor des Frankfurter Palmengartens, die Gänse würden den Nachwuchs von Enten und Blässhühnern ertränken. „Außerdem scheißen sie uns den Palmengarten zu“, drückte sich Matthias Jenny drastisch aus. Aus dem Offenbacher Dreieichpark sind ähnliche Geschichten bekannt. Jenny forderte die Freigabe zum Abschuss. Den aber verbietet das Jagdgesetz. Nilgänse gelten als so genannte Halbgänse. Und die dürfen nicht ins Visier genommen werden.

Unappetitlich aber nicht gefährlich: Gänsekot an der Strandpromenade des Badesees in Nieder-Roden. Die Reinigungstruppe kann gar nicht so schnell sammeln, wie die Gänse sich entleeren.

In Nieder-Roden ist jeden Tag ab 20 Uhr und morgens vor Badöffnung eine Reinigungsmannschaft unterwegs, um die Verdauungsprodukte aufzusammeln. „Es ist leider nicht abzuleisten, dass das Gelände zu 100 Prozent gereinigt werden kann“, bedauert die Liegenschaftsabteilung. Gefährlich sei der Gänsekot nicht, auch die Wasserqualität leide darunter nicht. Das kurz gehaltene Gras und das Füttern durch Badegäste locke die Tiere an. Im Internet werde „von weitaus größeren Problemen an Naturseen und -bädern berichtet als wir sie hier haben“. Vertreten sind in Nieder-Roden Graugänse, Kanadagänse und Nilgänse. Bejagd werden dürfen nur die Graugänse und Kanadagänse - und das auch nur Dezember und Januar. Die Stadt hat sich von der Jagdbehörde zwar eine Abschussgenehmigung erteilen lassen, die Gänse sind in diesen Monaten aber ausgeflogen. 

Quelle: op-online.de

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