Gärtner im Dauer-Stress

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Das viele Grün kann nur mit Großflächenmähern bewältigt werden. Mehrere davon sind im Einsatz.

Rodgau - Die Großflächenmäher sind in den städtischen Parks zurzeit im Dauereinsatz. Gärtner und die Männer vom Bauhof kommen mit dem Grünschnitt kaum hinterher. An der Pflanzen-Front sind Rasen und anderes Unkraut auf dem Vormarsch. Sonne und viel Regen machen‘s möglich. Von Bernhard Pelka

Das Zeug wächst uns davon“, hat die Erste Stadträtin Hildegard Ripper wenig Hoffnung auf Besserung.

Gras und Hecken sprießen und bescheren jede Menge Arbeit. „Wir haben bereits einen Schnitt-Durchgang mehr absolviert als im vergangenen Jahr um diese Zeit“, sagt Klaus Rüffer. Der Senior-Chef von Garten-Service Nicolas Rüffer in Nieder-Roden erledigt im Auftrag der Stadt gärtnerische Arbeiten. „Das wächst alles wie verrückt.“ Im Vergleich zum Jahr 2008 sei bisher ein Drittel mehr Grünschnitt angefallen.

Zwei Millionen Liter Grundwasser sind 2008 abgezapft und vergossen worden, damit die Pflanzen (wie hier am Hainhäuser Kreisel) nicht verdorren. Norbert Krehers Gießfahrzeug hat einen 3000-Liter-Tank.

Auch in den Kleingärten schießt‘s. Doch der viele Regen hat auch Nachteile. „Alles, was bei Feuchtigkeit ein bisschen anfällig ist, hat gelitten“, bedauert Dieter Seib-Haller. Der Vorsitzende des Kleingärtnervereins Dudenhofen berichtet, dass die Braunfäule (eine Pilzkrankheit) den Bestand an Freilandtomaten und Gurken in der Anlage nahezu dahingerafft habe. „Nur Gewächshaustomaten sind etwas geworden.“
Schattenseiten hat die schwüle Witterung auch für den Forst. Schadpilze wie der Eichenmehltau, der weiß und kalkig insbesondere die jungen Eichen überzieht, gedeihen besonders gut. Und in jungen Kulturen müssen die kleinen Baum-Sprösslinge verstärkt von der Konkurrenzvegetation befreit werden, die ihnen Licht, Luft Wasser zum Überleben nimmt. Der feuchte Sommer produziert ungewöhnlich viel unerwünschtes Grün.

Auch der städtische Bauhof kämpft unverdrossen gegen die großen Mengen Rasenschnitt, die derzeit bewältigt werden müssen. Jedes Jahr vergibt der Bauhof die Pflege von zehn Hektar Grünflächen an Fremdfirmen, darunter 16 000 Quadratmeter in Nieder-Roden, 20 000 in Dudenhofen und Jügesheim sowie 32 000 in Hainhausen und Weiskirchen.

Die Gärtner kümmern sich dort um Pflanzrabatten, Blumenbeete, das Grün am Straßenrand, Parks, Spielplätze und die Friedhöfe.

Feucht-schwüle Witterung sorgt für zusätzliche Mehrkosten

Pro Jahr sind fünf bis sechs Pflegedurchgänge vorgesehen. Die Stadt rechnet damit, dass wegen der feucht-schwülen Witterung diesen Sommer mindestens zwei Pflegegänge zusätzlich anfallen - mit den entsprechenden Mehrkosten.

Mit dem Unkrauthacken kommen die Fachfirmen kaum nach.

Die Stadt beschäftigt mit Unkrauthacken, Heckenschnitt, Laubbeseitigung, Rasenmähen und Beseitigung von Wildwuchs im Schnitt vier bis fünf Firmen. Außerdem entsorgt der Bauhof Jahr für Jahr etwa 2 500 Kubikmeter Grünschnitt.
Der Bauhof selbst befasst sich mit Stadt- und Spielplatzreinigung, mäht die Sportplätze und Grünanlagen. Und natürlich wässern die Mitarbeiter Pflanzen. 2008 wurde dafür extra ein größerer Wasserbehälter als Fahrzeugaufsatz angeschafft.

Mit dem Bewässerungs-Lkw, Typ „Ladog“, sind die Mitarbeiter 30 bis 40 Tage im Jahr unterwegs. Das Gießwasser zapfen sie aus einem Tiefenbrunnen auf dem Bauhofgelände. Im vergangenen Jahr wurden in Rodgau zwei Millionen Liter Wasser vergossen. Zusätzlich wässerte eine von der Stadt beauftragte Firma.

Quelle: op-online.de

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