Besucher begeistert von Unterschiedlichkeit

Offene Türen in grünen Oasen: „Gärtnern streichelt die Seele“

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Wohlfühlen möglichst nahe an der Natur – darauf kommt es Margarete Krause und ihrer Familie in Dudenhofen an. Bei ihr gab es auch Keramik-Kunst zu sehen.

Fließende Grenzen zwischen Kunst und Natur haben hunderte Gartenfreunde in Rodgau erkundet. Einblicke in 14 private Gärten zeigten unter anderem, wie unterschiedlich Vorstellungen vom Paradies sein können.

Rodgau – Überall gilt freilich: Grün macht glücklich und wo es blüht, wird’s interessant.

Überdies scheint die alljährliche Aktion der offenen Gärten in der zwölften Auflage ein Stammpublikum gewonnen und einen klar erkennbaren räumlichen Schwerpunkt gebildet zu haben – in Dudenhofen unmittelbar südlich des Friedhofs, grob in Richtung Bürgerhaus. Unter anderem liegt dort an der Mainzer Straße der Garten von Margarete Krause, die im vergangenen Jahr die Regie der Rodgauer Mini-Gartenschau übernommen hat.

Ihrem Garten, von heimischen Bäumen und Sträuchern sowie einer unglaublichen Vielfalt meist duftender Blühpflanzen auf insgesamt 130 Quadratmetern geprägt, liege keinerlei Plan zugrunde, verrät die Hausherrin: „Das ist in 20 Jahren alles nach und nach gewachsen.“ Leitfäden sind offensichtlich Aufenthaltsqualität, Naturnähe, Gemütlichkeit – und am Tag der offenen Gärten auch Kreativität: Jedes Jahr stellen bei Margarete Krause die Mitglieder ihres Töpferkurses an der Volkshochschule Obertshausen ihre Werke aus.

Wer mehr sehen will, braucht nur einige Meter zu Fuß zu gehen – nicht weniger als fünf weitere offene Gärten liegen in unmittelbarer Umgebung. Einer davon gehört Gertrud Schick und Peter Weidl an der Dr.-Weinholz-Straße. Seit vier Jahren öffnen sie ihre offensichtlich ganz aufs Wohlfühlen abgestellte Oase mit gemütlicher Terrasse, die sich mit wenigen Handgriffen in einen Wintergarten umbauen lässt, mit plätscherndem Wasserfall und kleinen Arrangements mit Sprüchen auf Schieferschindeln in allen Ecken. Dazwischen bewundern die Besucher, deren große Zahl die Gastgeber jedes Jahr aufs Neue überrascht, die Blumen-Gemälde der Hausherrin.

Dass immer mehr Leute immer öfter kommen, fällt auch Madeleine Henkel in Hainhausen auf. Jahr für Jahr gleicht ihr Garten an der Fritz-Erler-Straße mit immer neuen farblichen Akzenten, originellen Deko-Ideen und zusätzlichen botanischen Experimenten mehr einem mediterranen Traum. „Gärtnern streichelt die Seele“, sagt die Hausherrin, die auch Künstlerin ist und am Gartentag ihre Gemälde zeigt. Veränderung ist gewollt, wenn auch nicht immer kalkuliert. Unlängst etwa hat ein Frühjahrssturm drei Hemlock-Tannen ausgerissen – die Wurzeln regelrecht heraus gedreht – und optische Achsen verschoben.

Stammgäste wissen solche Akzente zu würdigen und schauen nach den Erfahrungen von Madeleine und Theo Henkel auch gezielt nach Veränderungen. Wer will, kann daraus eine dicht getaktete Tagestour machen. Neben sechs Dudenhöfer und zwei Hainhäuser Adressen gab es diesmal je zwei offene Gärten in Jügesheim und Weiskirchen, einen in Rollwald und einen weiteren nebenan in Rembrücken.

zrk

Infos im Internet

offene-gaerten-rodgau.de

Quelle: op-online.de

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