Galasitzung der Emotionen

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Beim Fünf-Stunden-Programm in der TGS-Narhalla blieb wieder einmal kein Auge trocken

Jügesheim (bp) ‐ Es war eine Galasitzung der großen Gefühle, die Gäste der TGS in der ausverkauften Narhalla erlebten. Tränen der Wehmut flossen beim Abschied des Gugi Florian Adams, der sein Amt an seinen Nachfolger Sebastian Mahr weitergab und vom Sitzungspräsidenten Rudi Ott für seine närrischen Verdienste die Silberne Flamme erhielt.

Lach-Tränen kullerten hingegen manchem Besucher über die Wangen, als Bütten-Profi Marcel Rupp einfallsreich, klug und mit gewohnt frechem Mundwerk die Bundespolitik glossierte („Von wegen Reichstag, das ist ein Armenhaus!“). Er tat dies in der Rüstung eines Kreuzritters und gab offen zu, er habe das Kreuzfahrt-Motto der Gala-Schau wohl missverstanden.

Seinen humorvollen, verbalen Kreuzzug gegen die Eskapaden von Westerwelle, unserer „gefühlten Staatsratsvorsitzenden“ Merkel &  Co. honorierte das Publikum mit Applaus im Stehen und einer Rakete. Rupps Vortrag wäre eine Bereicherung selbst für große Fastnachtssendungen im Fernsehen.

Ein närrisches Jubiläum feierte Sitzungspräsident Rudi Ott, der zum elften Mal das Wort führte. In Anspielung auf die vereinsinternen Schwierigkeiten mit der geplanten Fusion mit TGM SV rief er die Zuhörer zu Fairness auf. Das „Fusionsschiff“ bleibe nur dann auf Kurs, „wenn der Umgang miteinander ist offen und ehrlich. Sonst wird die Fahrt schaukelnd gefährlich“.

Begeisterung pur erlebte der Saal beim Auftritt des Rodgau-Prinzenpaars Elisabeth I. und Matthias III. Beide sprühten nur so von Enthusiasmus und lobten ihre Regentschaft über alles: „Es is wie e Hochzeit, nur 1 000 Mal schenner!“

Michael Weimer unterhielt als „Urlauber“.

Wie schön die Fastnacht tatsächlich sein kann, erlebte das Publikum dann in fünf temporeichen Stunden mit Vorträgen, Gesangsnummern, reizvollen Choreografien und Hochleistungstanz - etwa mit der Prinzengarde, dem Tanzpaar Jennifer Gries/Simon Koser oder den „Icing Sugar Donuts“.

Wie ein roter Faden zog sich vor der thematisch darauf abgestimmten Kulissenmalerei das Kreuzfahrtmotto durch fast alle Beiträge. So hatten zum Beispiel die „Skatbrüder“ der Gesangsgruppe „Disharmonie“ ihre Vereinskasse geplündert, um auf dem Traumschiff so richtig abzufeiern.

Herrlich, wie die Männer sich selbst auf die Schippe nahmen, gesangliche Qualitäten mit darstellerischen Fähigkeiten kombinierten und schließlich mit einer urkomischen Biene-Maja-Nummer die Lacher auf ihrer Seite hatten. Das konnte auch Michael Weimer für sich behaupten, der als „Urlauber“ die Kleidungs-Sonderwünsche seiner Gemahlsgattin gekonnt auf die Schippe nahm. Überdies outete er sich als Kreuzfahrtneuling - was natürlich diverse Unfälle und Missverständnisse am Edel-Büfett an Bord verursachte („Zu Früchten des Meeres gab‘s außerdem Fisch!“)

Die TGS überlegt, mit der Feuerwehr oder dem Altenclub zu fusionieren. Das Geheimrezept der Gugiknacker wurde ausgeplaudert. Der Badesee ist angebohrt worden. Solche und andere von WikiLeaks ausgeplauderte „Sensationen“ riefen die Kabarettisten von „En Haufe Leut“ auf den Plan. Und natürlich hatten sie für manches der Probleme gewohnt scharfzüngig die passende Lösung bereit. Das Loch im See könne man doch mit den 3 000 übrigen Tonnen aus dem Rodgauer Mülldesaster stopfen.

Gesanglich ganz vorn präsentierte sich das Musicaltalent Franziska Langer. Musikalisch nahm die Guggemusik, geleitet von Silke Seum, die Gäste mit auf Kreuzfahrt. Als Popeye, der Seemann, ließ es danach die Tanzgruppe „Taktlos“ auf der Bühne krachen. Wie die ältere Generation mit I-Phone & Co. umgeht, karikierte die Gesangsgruppe „Sonne, Mond und Sterne“ (SMS). Toll waren auch die Einfälle der „Bach Brigge Baa Bambeler“, die mir der „MS Rostig“ eine haarsträubende Seefahrt mit Eisstockschießen im Kühlraum erlebten.

Wunderbar kitschig und farbenfroh kam die zum Playback gebotene Tanzshow der „Marionetten“ rund ums Udo Jürgens Musical „Ich war noch niemals in New York“ daher. Und „Engelchen“ Sebastian Mahr bestand im spaßigen Wortgefecht mit „Teufel“ Stefan Schmidt eine weitere Feuertaufe. Fastnachterherz, was willst du mehr?

Quelle: op-online.de

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