Akrobatik und Phantasie

Die Große Schau der Garden

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Die Akteurinnen tanzten kleine Geschichten.

Nieder-Roden - Bunte Kostüme, strahlende Akteure und unterhaltsame Bühnenshows gab es im Bürgerhaus beim 14. Garde- und Schautanzsportturnier der TGM SV Jügesheim zu bestaunen.

Trotz der wunderbaren Unterhaltung und vieler optischer Höhepunkte für die Zuschauer stand für die Sportler der Wettkampf im Vordergrund. Beim letzten Ranglistenturnier vor den Hessischen und Deutschen Meisterschaften wollten alle Gruppen und Paare Punkte für die Qualifikation sammeln und versuchen, in bessere Klassen aufzusteigen.

Altersmäßig getrennt hatten sich etwa 400 Tänzerinnen und Tänzer aus ganz Hessen und darüber hinaus für die verschiedenen Tanzstile angemeldet. Beim Gardetanz erinnern zwar die Bewegungen und Figuren noch an Fastnacht, ansonsten hat die moderne Tanzdisziplin aber deutlich mehr sportliche Aspekte.

In schillernden Kostümen

In schillernden Kostümen und in toller Einheitlichkeit begeisterten die Teilnehmer das Publikum. Zum balletähnlichen Freestyle gehörten Ausdruck, Anmut und elegante Figuren mit dazu. Ebenfalls zur Kategorie Schautanz zählen die Tanzform „modern“ mit ihren fetzigen Rhythmen und „Charakter“. Hierbei werden in bis zu sieben Minuten Geschichten getanzt, meist aus Filmen, Musicals, Büchern oder Musik.

Mit bunten selbstgeschneiderten Kostümen und einer beeindruckenden Choreografie gefielen die Tanzgruppen aller Kategorien. Bewertet wurden von den fünf Wertungsrichtern unter anderem die Präsentation, Haltung, Synchronität, Bühnenaufteilung, Schwierigkeitsgrad und Umsetzung.

Tanzgruppen mit Charakter-Tänzen

Besonders viel Aufwand betrieben die Tanzgruppen mit ihren Charakter-Tänzen. Große Bühnenteile wurden spielend in die Tänze mit einbezogen, dienten als Hintergrund, als Requisit und als Blickschutz für die blitzschnellen Kostümwechsel auf.

Dabei waren die gewählten Themen ganz unterschiedlich. Während eine Gruppe aus Bornheim den „Wahnsinn eines Mörders“ als Kurzfassung des teuflischen Barbiers Sweeney Todd eindrucksvoll inszenierte und dafür mit 292 von 300 Punkten belohnt wurde, widmete sich die Gruppe des Gastgebers TGM SV der Geschichte vom Sams. Wieder andere spielten einen kompletten Agententhriller des bekannten britischen Geheimagenten tänzerisch nach, vom Auftrag über die gefährliche Rettung in letzter Sekunde bis zur typischen Frauengeschichte am Ende.

200 Dienste sind zu besetzen

Doch ein so großes Turnier ist auch mit einer Menge Aufwand für den ausrichtenden Verein verbunden. Allein 200 Dienste sind zu besetzen, erklärt Organisatorin Jannika Kämmerling, und das bei nur 140 Tänzern in der Abteilung.

Dennoch waren schließlich alle Lücken im Helferplan geschlossen, lobt sie das Engagement der Freiwilligen und den großen Zusammenhalt in der Abteilung, der Eltern, Freunde und dem Dachverein. An den Turniertagen selbst musste die Halle schon vor sieben Uhr morgens geöffnet werden, damit sich die ersten Tänzer nach einer teilweise langen Anreise umziehen, schminken und die Musik durchgehen und die Bühne begutachten konnten.

Damit es beim Ablauf zu keinen Unterbrechungen kommt, war eine organisatorische Meisterleistung notwendig. Es musste immer rechtzeitig die richtige Gruppe mit der richtigen Dekoration auf der Bühne stehen, die richtige Musik eingelegt und die Bühne ausreichend beleuchtet sein.

Bilder vom Garde- und Schautanzturnier

Garde- und Schautanzturnier

Obwohl es Schlag auf Schlag ging, klappte alles wunderbar. Schluss war für die Helfer erst am Sonntag spät am Abend, denn abgebaut werden musste auch noch. Dabei hat die Organisation bereits viel früher angefangen. Seit drei Monaten wurde der Ablauf des Turnierwochenendes durchgeplant. Es mussten Hotelzimmer für die Wertungsrichter gebucht, Brandschutz- und Sanitätsdienste bestellt und viele andere kleine Dinge beachtet werden.

Die Bewerbung für die Ausrichtung des Turniers liegt sogar schon über zwei Jahre zurück. Und mit noch einer Schwierigkeit hatte die Tanzsportabteilung der TGM SV zu kämpfen. Wie viele andere Vereine belastet sie die Nutzungsgebühr für das Bürgerhaus. „Wir mussten leider kräftige Eintrittspreise nehmen und stemmen die Kosten gerade so, bedauerte Jannika Kämmerling.“

pep

Quelle: op-online.de

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