Auf zur Gartenschau

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Letzte Vorbereitungen auf den „Tag der offenen Gärten“: Karin und Matthias Köhler bringen zwei Sträucher in Form. Auch in vielen anderen Gärten wird noch gezupft und geschnippelt, um den Besuchern am 21. Juni eine Augenweide zu bieten.

Rodgau - Gartenfreunde und Kunstliebhaber können sich auf den kommenden Sonntag freuen: Am „Tag der offenen Gärten“ stehen 13 private Gärten und die Anlage des Kleingärtnervereins Dudenhofen zur Besichtigung offen. Dabei geht es nicht allein um Gartenkunst: Blumen, Gräser und Gehölze bilden einen lebendigen Rahmen für Kunst und Kunsthandwerk aus der Region. Von Ekkehard Wolf

Manche der grünen Oasen sind professionell angelegt, andere sind einfach zum Wohlfühlen da. Zu sehen sind Nutzgärten, Ziergärten, thematisch gestaltete Gärten und ein Garten im Hof. Alle haben eines gemeinsam: Sie werden mit Liebe gepflegt.

Der kleinste Garten gehört zu einem Reihenhaus und bietet auf sieben mal neun Metern alles, was sich die Bewohner wünschen. Das andere Extrem ist eine parkähnliche Anlage mit angegliedertem Gemüsegarten auf insgesamt 1 100 Quadratmetern.

Manche Dinge werden zum Selbstläufer“, freut sich Karin Köhler, die den „Tag der offenen Gärten“ letztes Jahr ins Leben gerufen hatte. Acht Hobbygärtner machten mit. Diesmal sind es schon einige mehr. Und die 2 500 Faltblätter als Wegweiser für kommenden Sonntag finden reißenden Absatz. „Die Leute fragen ständig nach den Flyern“, hörte Karin Köhler dieser Tage aus dem Rathaus.

Viel Schatten bietet der parkähnliche Garten von Irma und Theo Beyerle am Jügesheimer Westring. Irma Beyerle stellt dort am kommenden Sonntag eigene Gemälde aus. Ihre Kollegen vom Heusenstammer Künstlerverein sind wie im Vorjahr in anderen Rodgauer Gärten präsent.

Wenn das Wetter mitspielt, dürfte der Zuspruch mindestens ebenso groß sein wie im letzten Jahr. Allein in Köhlers Garten wurden gut 300 Personen innerhalb von sechs Stunden gezählt. Matthias Köhler weiß das genau, er hat mit einem kleinen Zählgerät jeden Besucher mitgeklickt. Manche Gäste kamen, sahen und gingen wieder, mit anderen entwickelten sich rege Gespräche unter Gartenfreunden. Etwa 70 Interessenten trugen sich auf eine Adressenliste ein. Vielleicht entsteht daraus ja ein Stammtisch für Gartenliebhaber?

Gärtnern als Liebhaberei ist dem Ehepaar Köhler wichtig. „In Deutschland gehen die Leute in den Garten um zu arbeiten, in England wird einfach gegärtnert“, erklärt Matthias Köhler: „Für mich bedeutet der Garten keine Arbeit, sondern Ausgleich.“

Künstler:

Diese Künstler machen mit: Astrid Burkart, Gerda Müller, Gerwine Bayo-Martins, Gerda Kloidt, Irma Beyerle, Monika Neeser, Sigrid Prihoda, Christel Rukwied, Renate Schneider, Lothar Steckenreiter, Ron Böttcher, Bärbel Vogt, Edith Eckardt, Bettina Aufgebauer sowie Töpferinnen des Keramikkurses der VHS Obertshausen.

Ruhe und Natur strahlt das grüne Paradies von Irma und Theo Beyerle im Westring aus. Wasser plätschert, süße Kirschen wachsen einem fast in den Mund. Doch hinter einem Holzzaun wartet jede Menge Arbeit: Dort erstreckt sich ein großer Gemüsegarten mit allem, was die Natur in hiesigen Breiten gedeihen lässt. „Wir ernähren uns im Sommer fast nur aus unserem Garten“, berichtet Irma Beyerle. Was übrig bleibt, wird eingemacht, alleine die Zucchini füllen jeden Herbst 40 Gläser. Ihre Aquarelle, Pastell- und Acrylbilder stellt Irma Beyerle im eigenen Garten aus, „dann muss ich die Bilder nicht so weit tragen“. Sehr angetan war sie im letzten Jahr davon, wie umsichtig sich die Besucher in den Gärten verhielten: „Keiner hat etwas kaputt gemacht.“

Tag der offenen Gärten

Gelbe Fahnen wehen vor den offenen Gärten am Sonntag, 21. Juni, von 10 bis 18 Uhr:

Weiskirchen: Familie Bergmann, Danziger Straße 9 b, zeigt einen fernöstlich inspirierten Garten.

Jügesheim: Einen Reihenhausgarten mit vielen Kübelpflanzen zeigt Elken Kern, Lange Straße 5. Einen Hofgarten im Ortskern besitzt Gerda Kloidt, Hochstädter Straße 10. Irma und Theo Beyerle, Westring 57, öffnen ihr Grundstück mit Bäumen, Teichen und Gemüsegarten. In der Konrad-Adenauer-Straße 5 und 7 zeigen die Familien Köhler und Szwerinski zwei Reihenhausgärten ohne Zaun. Familie Grell, Käthe-Kollwitz-Straße 28, zeigt eine pflegeleichte Anlage mit Japanflair auf nur 63 m². Einen Blumengarten mit vielen Sammelobjekten stellt Familie Koser, Babenhäuser Straße 33, vor.

Dudenhofen: Einen Wohngarten für mehrere Generationen zeigt Familie Jaberg auf 700 m² im Spessartring 40. Familie Vogl, Rheinstraße 27, stellt eine kleine fernöstliche Oase vor. In der Dr-Weinholz-Straße 53 zeigt Familie Krause einen versteckt gelegenen Garten von 120 m². Beim Kleingärtnerverein sind etliche Gärten geöffnet, die Gärtnerklause bietet Speis und Trank.

Nieder-Roden: In verschiedene Themen und Szenarien ist der mittelgroße Garten der Familie Mezger, Seestraße 65, gegliedert. Duftpflanzen stehen bei Familie Gross, Wismarer Straße 2, im Mittelpunkt.

Quelle: op-online.de

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