Drainage könnte Gas umleiten

Rodgau (bp) - Dem Magistrat liegen Ergebnisse neuer Bodenluftuntersuchungen aus elf Messstellen an der Deponie Wallersee in Hainhausen vor. Ausgerechnet an den Messstellen nahe den Wohnhäusern in der Straße Am Sportfeld 13 bis 19 wurden vergleichsweise hohe Konzentrationen des Deponiegases Methan nachgewiesen.

Diese liegen „oberhalb der Explosionsschutzgrenze“, teilt das Regierungspräsidium Darmstadt mit. Anlass zur Sorge geben auch die Konzentrationen an Kohlendioxid. Experten der Rodgauer ISK Ingenieurgesellschaft sprechen in ihrem Gutachten von einer „Gefährdung der Nutzung der Wohnhäuser und der Nebengebäude durch Deponiegas“.

Die höchsten Methankonzentrationen gibt es freilich im Zentrum der zwischen 1959 und 1978 verfüllten Hausmülldeponie. Leicht flüchtige aromatische Kohlenwasserstoffe waren hingegen gar nicht oder nur in nicht relevanten Mengen nachweisbar. Die relativ hohen Methangaskonzentrationen am Rand der Deponie werden mit einem möglichen „Aufstau von Deponiegas unter den am westlichen Rand vorhandenen Versiegelungen“ erklärt.

Keiner weiß, wie lange das Gas noch austritt

Dort stehen teils unterkellerte Wohnhäuser, Garagen und Werkstattgebäude. Eine Prognose, wie lange das Deponiegas noch austritt, ist nicht möglich, weil „die Eingangsmenge an organischer Substanz nicht bekannt ist“. Bedeutet: Keiner weiß genau, wieviel und welcher Dreck in der verfüllten Kiesgrube liegt. Die genehmigte Hausmülldeponie war ab 1959 von einem Privatmann betrieben worden. Später wurde das Privatgelände an private Grundstücksinteressenten verkauft und teils bebaut.

Betroffen von der aktuellen Entwicklung sind heute sieben Grundbesitzer. Sie haben sich vergangene Woche mit Vertretern der Stadt, der Kreisbauaufsicht und dem Regierungspräsidium im Rathaus zu einer Lagebesprechung getroffen. Die Gutachter von ISK nennen Möglichkeiten, wie mit der Altlast nun weiter verfahren werden könnte:

- Dauerhafte Überwachung der Raumluft in den Wohn- und Nebengebäuden, um festzustellen, ob explosionsfähige Gemische entstehen. Bisher konnte in der Raumluft noch kein Methan nachgewiesen werden.

- Die Altlast nahe den Häusern ausräumen und mineralisches Material als Schutzriegel in die Erde einbringen.

- Eine bis zu fünf Meter tiefe Kies-Drainage einbauen, die das Gas in einen Kamin oder Biofilter von den Häusern weg leitet.

Quelle: op-online.de

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