Gebühren für Bürgerhäuser und Hallen

Sechs Euro für eine Stunde Training

Rodgau (eh) - Wer städtische Räume nutzt, soll ab 2013 Gebühren bezahlen, um einen Teil der Betriebskosten zu decken. Das Stadtparlament entscheidet am 10. Dezember über die Einführung der Gebühren. Der Magistrat schlägt vier Tarife vor.

Keinen Erfolg hatte die Handball-Spielgemeinschaft (HSG) Nieder-Roden mit ihrem Wunsch nach einem halben Jahr Aufschub. Während ein offener Brief der HSG kursierte, machte die Magistratsmehrheit am Montag den Weg für die Gebührensatzung frei. Demnach sollen private Veranstalter die vollen Kosten bezahlen. Vereine werden anteilmäßig zur Kasse gebeten.

Eine Stunde Sporthalle kalkuliert die Stadt mit 60 Euro. „Das ist der Betrag, den ein Verein mit einer eigenen Halle auch aufbringen müsste“, sagte Erster Stadtrat Michael Schüßler gestern vor der Presse. Das Training in einer städtischen Halle sei vergleichsweise preiswert: zehn Prozent der Vollkosten, also sechs Euro pro Stunde.

Bereit seit September 2011 seien Stadtverwaltung und Magistrat mit den Interessengemeinschaften der Ortsvereine (IGEMO) im Gespräch gewesen, berichtet Schüßler. Alle schriftlichen Stellungnahmen der IGEMO sei dem Magistrat vorgelegt worden. Den Interessen der Vereine sei der Magistrat in mehreren Punkten entgegengekommen, sagt Bürgermeister Jürgen Hoffmann. So habe man die Tagespauschale auf den zwölffachen Stundensatz begrenzt und berechne den ersten Aufbautag vor Veranstaltungen nur bis 22 Uhr.

Der Magistrat will mit den Nutzungsgebühren nicht nur das Haushaltsdefizit verringern, sondern auch Hallenkapazitäten frei machen. Hoffmann: „Die Hallenzeiten sind belegt, weil es nichts kostet.“ Für neue Vereine wie den Freundeskreis 2011 in Jügesheim sei bisher kein Platz. Die Solidarität unter den Vereinen höre dort auf, wo es um den Besitzstand gehe, kritisiert Schüßler. Die Vereinsförderung in Rodgau sei immer noch besser als in anderen Kommunen. In Zeiten leerer Kassen führe aber an Nutzungsgebühren kein Weg vorbei: „Uns steht das Wasser bis zum Hals. Da kann es kein ,Weiter so’ geben.“

„Wir gehen diesen Weg mit der Masse der Vereine gemeinsam“, betont der Bürgermeister. Was die HSG zu ihrem offenen Brief getrieben habe, wisse er nicht. Mit den Trägervereinen der Spielgemeinschaft, TG und SG Nieder-Roden, sei alles längst besprochen. Im Hinblick auf die Nutzungsgebühren hätten beide Vereine ihre Mitgliedsbeiträge angepasst.

Quelle: op-online.de

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