Gefährlicher Schleichweg

Stadt reagiert auf Probleme an der Blumenau

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Es kommt nur selten dazu, dass sich Fußgänger, Radler und Autos begegnen: Das Hauptproblem sind 300 Fahrzeuge pro Stunde im Berufsverkehr.

Dudenhofen - Zunehmender Verkehr auf der Blumenau hat zu Problemen geführt: Die Stadt hat die verschiedenen Verkehrsteilnehmer deswegen gezählt und die Situation analysiert. Herausgekommen ist dabei unter anderem ein Durchfahrtsverbot aus Richtung Seligenstadt in die Blumenau und Temporeduzierungen.

Die Eröffnung des VGP-Gewerbeparks hat mehr Verkehr an die Blumenau gebracht. Gleichzeitig dient die Straße vorbei an der Gärtnerei Fischer immer häufiger als Schleichweg für Kraftfahrzeuge auf der Kreisquerverbindung, aber auch mitten durch den Gewerbepark lenken staugenervte Autofahrer ihre Mobile. Außerdem sollen Angestellte des Gewerbeparks die Brücke verstärkt nutzen, die mit 4,40 Metern nicht für Autos mit Gegenverkehr plus Fußgänger ausgelegt ist, um an den Arbeitsplatz oder zurück nach Dudenhofen zu kommen. Schließlich sorgte auch noch eine neue Verkehrsführung bei den Anlieferern der Kompostierungsanlage für Verwirrung. Auf Grundlage der aktuellen Zählungen zieht Bürgermeister Jürgen Hoffmann jetzt das Fazit: Das Aufkommen von Fußgängern und Fahrradfahrern sei eher unproblematisch. Doch bei den Autofahrern müsse sich etwas tun. „Wir nehmen uns des Themas an, aber vielleicht nicht mit dem Ergebnis, dass mancher gerne hätte“, erläuterte Erster Stadtrat Michael Schüßler.

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Zwei Wochen lang vom 16. Februar bis zum 2. März hat die Ordnungsbehörde zu unterschiedlichen Uhrzeiten das Verkehrsaufkommen untersucht. Dabei wurden Autos, Radler und Fußgänger gezählt. Daraus ergibt sich: Fußgänger und Zweiradfahrer sind keinesfalls in Scharen unterwegs. Bei 20 Gelegenheiten wurden zwischen null und sechzehn Fußgänger gezählt, die Zahl der Radler lag zwischen null und zehn. Dagegen passierten während des morgendlichen Berufsverkehrs in einer Stunde bis zu 300 Fahrzeuge die Brücke an der Blumenau. Diese Spitzenwerte kamen in den Zeiträumen von 6.45 bis 8.10 Uhr sowie von 7 bis 8.10 Uhr zustande. Dabei handele es sich im Wesentlichen um Durchgangsverkehr von der Landesstraße nach Dudenhofen oder in Gegenrichtung, um die Ampelanlagen auf der L 3121, zwischen Blumenau und Kreisquerverbindung, zu umfahren, sagte Schüßler.

Überrascht waren die Mitarbeiter der Ordnungsbehörde von den hohen Pkw-Zahlen, die von Seligenstadt kommend nach der Brücke in Dudenhofen den Schulweg in der Freiherr-vom-Stein-Straße queren. Um das Gefährdungspotenzial für die Schulkinder zu reduzieren, wird die Straßenverkehrbehörde ein Durchfahrtsverbot von L 3121 in die Blumenau anordnen. Durch den Zusatz „Anlieger bis Brücke frei“ werde gewährleistet, dass die in der Blumenau ansässigen Betriebe und die Kompostierungsanlage weiter angefahren werden können, erklärte Simone Lapointe.

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Die Leiterin des Fachdienstes Öffentliche Sicherheit und Ordnung kündigte an, dass es zunächst freundliche Hinweise auf die geänderte Verkehrsführung geben werde. Regelmäßig will Lapointe ihre Mitarbeiter dort kontrolliert und die Situation weiter beobachten lassen. Hessen-Mobil soll an der Landesstraße entsprechend beschildern – vermutlich nach den Osterferien. Außerdem wird die Geschwindigkeit auf der geraden Strecke an der Blumenau von 70 auf 50 Stundenkilometer reduziert, auf der Brücke wegen der Engstelle sogar von 50 auf 30 Stundenkilometer verringert.

Der Wendehammer, der zum Durchfahren des privaten VGP-Geländes genutzt wird, soll mit „Recycling-Palisaden“ für Autofahrer unzugänglich gemacht werden, erläuterte Simone Lapointe die geplanten Arbeiten. Die Absperrungen können im Notfall entfernt werden, denn an dieser Stelle ist zugleich die Feuerwehrzufahrt. Wenn alles fertig ist (momentan liegt dort wegen Bauarbeiten an Versorgungsleitungen auch noch ein großer Erdhaufen), wird die Grünfläche neu angelegt und gestaltet. Noch nicht fertiggestellt ist das letzte Stück eines Fuß- und Radwegs, der quer über das VGP-Gelände führt. Die Stadt Rodgau hofft, dass der Weg bald vollständig genutzt werden kann. (siw)

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Quelle: op-online.de

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