Gefahr für Spaziergänger: Wege gesperrt

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Ein „Harvester“ gestern im Stadtwald Nieder-Roden: Die riesige Maschine erleichtert die Holzernte.

Rodgau - Im Stadtwald ist es mit der Ruhe vorbei: Mit schweren Geräten werden Bäume gefällt und abtransportiert. Darüber ärgern sich Spaziergänger, Jogger und Reiter, denn sie können nicht überall die gewohnten Wege nutzen. Die Absperrungen dienen der Sicherheit.

Forstamtsleiter Christian Münch rät, gesperrte Wege nicht zu benutzen, um schwere Unfälle zu vermeiden. Die Holzfällarbeiten dauern ohnehin nicht mehr lange. Aktuell wird der Wald durchforstet, erklärt Forstamtsleiter Christian Münch. Diese Arbeiten werden immer im Winterhalbjahr von Oktober bis März vorgenommen. Daran schließt sich die bis etwa Ende April die Pflanzzeit an, deren Ziel es unter anderem ist, junge Bäume nachzusetzen und den Laubholzanteil im Stadtwald zu erhöhen. In den nächsten Wochen werden die städtischen Forstwirte rund junge 6 000 Bäumchen in die Erde pflanzen.

Bis dahin geht aber noch ein wenig Zeit ins Land und es bedarf gegenseitiger Rücksichtnahme. Das Forstamt konzentriert die Arbeiten auf bestimmte Bereiche, um Erholungssuchende möglichst wenig zu beeinträchtigen.

Etwa alle fünf bis sieben Jahre werden die Bestände durchforstet, wie es in der Fachsprache heißt. Auf diese Weise haben die so genannten Zukunftsbäume mit hochwertigem Holz Gelegenheit zu wachsen und sich zu entwickeln. Sie brauchen dafür neben Wasser und Nährstoffen eben auch Licht, welches ihnen Bäume in der unmittelbaren Umgebung oft nehmen. Aus diesem Grund gibt es im Rodgauer Wald keine großflächigen Fällungen, sondern nur gezielte Entnahme der „Störenfriede“ zu Gunsten der Zukunftsbäume, die weit über 120 Jahre alt werden sollen.

Flatterband und Beschilderungen weisen auf die Fällarbeiten hin, „was allerdings nicht immer wirklich nutzt“, wie Christian Münch bedauert: „Es kommt häufiger vor, dass sich Menschen an diese Absperrungen nicht halten. Das ist nicht nur unvernünftig, sondern auch gefährlich.“ So ein Baum ist schwer und wenn er fällt, begräbt er unter sich, was im Weg ist. Nach dem Abtransport des Holzes werden die Wege wieder in ihren ursprünglichen Zustand versetzt. „Meist sehen sie hinterher sogar besser aus“, erläutert Münch, um die Freizeitnutzer des Stadtwaldes zu beruhigen. J eh

Quelle: op-online.de

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