Gefiederte Stars

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Die gelben Vögel machen täglich Arbeit - und auch täglich Freude.

Jügesheim ‐ Fröhliches Gezwitscher und laut tönendes melodisches Singen dringt aus den Volieren im Vorgarten an der Lessingstraße. Jeden Tag steht Maks Perkman davor und betrachtet liebevoll und stolz seine selbst gezüchteten Kanarienvögel. Von Astrid Spina

Viel Arbeit steckt in dem Hobby, das Perkman seit über 25 Jahren betreibt. Doch die Mühe lohnt sich und wird regelmäßig mit Erfolgen gekrönt. Die Auszeichnungen des Jügesheimers füllen bereits einen ganzen Ordner. So gewann Maks Perkman im Januar in Bad Salzuflen in der Linie „Positurkanarien Münchener“ die Deutsche Meisterschaft und die Landesverbandsmeisterschaft. Daneben erhielt er die Silberne Ehrennadel des Deutschen Kanarien- und Vogelzüchterbundes (DKB), gewann den „Hessenteller“, Vereinsmeisterschaften und wurde mehrmals von Stadt und Kreis geehrt. In einem Jahr will Perkman mit seinen Zuchtvögeln voraussichtlich zu seiner dritten Weltmeisterschaft, dieses Mal nach Frankreich, fahren.

365 Tage im Jahr schwer beschäftigt

„Wenn ich zu Hause bin, bin ich 365 Tage beschäftigt“, sagt Perkman. Das Säubern der Käfige, Fütterung, Beobachtung der Tiere, Lektüre von Fachzeitschriften, das alles braucht seine Zeit. Doch auch Urlaub muss mal sein. Dann helfen die Nachbarn oder Perkmans Sohn bei der Pflege der Tiere aus.

Maks Perkmans Liebe zu den Vögeln begann bereits als Kind. Zu Hause hielt er damals zwei Wildvögel, einen Stieglitz und einen Erlenzeisig, an die er sich auch heute noch gerne erinnert. Als Perkman 1969 schließlich aus seiner Heimat Bosnien nach Deutschland kam, musste er vieles aufgeben. Doch die Sehnsucht zu den Vögeln ist geblieben. Und wie es der Zufall so will, traf Perkman auf einer Vogelschau in Weiskirchen – das war im November 1983 - einen Bekannten und erzählte ihm von seiner Vogelleidenschaft. Pünktlich zu Weihnachten besuchte ihn der Bekannte und brachte als Geschenk zwei Vögel mit. Mit ihnen begann Maks Perkman seine eigene Vogelzucht. Nachdem er zunächst verschiedene Rassen gezüchtet hatte, entschied er sich für die Kanarienrassen „Münchener“ und „Bossu Belgé“. Mit beiden wurde er bereits mehrere Male Deutscher Meister.

Bis zu 100 Vögel an einem Tag prämieren

Seit 1984 ist Maks Perkman Mitglied im Farb- und Gestaltskanarienclub Weiskirchen, davon 19 Jahre im Vorstand. Seit 1993 fungiert Perkman außerdem als Preisrichter im DKB: „Das ist die Krönung meines Hobbys.“ Bis zu 100 Vögel darf er an einem Tag prämieren.

Kanarienvögel werden als Gesangs-, Farb- oder Positurkanarien ausgestellt. Bei letzteren, auf die sich Perkman spezialisiert hat, werden vor allem die Körperform und -haltung bewertet. So gibt es Bewertungskriterien wie „Gefieder“, „Zeichnung“, „Intensität der Farbe“ und „Größe“. Maximal 100 Punkte können pro Vogel vergeben werden. „Bei den Ausstellungen freuen sich leider nur die Sieger“, berichtet Perkman und zitiert einen bekannten Preisrichter: „Vögel zu züchten, ist nicht schwer. Gute Vögel zu züchten, ist schwer. Den ersten Platz zu belegen, ist Glück.“

Dieses Glück hat Maks Perkman nicht zuletzt in seinem Hobby gefunden, das ihm viel Lebensfreude vermittelt. Stets an seiner Seite ist Ehefrau Ljubica, die ihrerseits als Autorin und Künstlerin viele Veranstaltungen besucht. „Ich freue mich, dass mein Mann ein Hobby hat, das ihm Spaß macht“, sagt sie, „wir unterstützen uns gegenseitig.“ Und noch einmal geht Maks Perkman an diesem Tag hinaus, um nach seinen Vögeln zu schauen. Sicherlich wird er mit ihnen noch so manche Erfolge erzielen, weit über Rodgau hinaus.

Quelle: op-online.de

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