Gegenwind für die Ringstraße

Weiskirchen - (bp) Geschäftsleute der Weiskircher Hauptstraße wenden sich gegen den Bau des letzten Stücks der Rodgau-Ringstraße zwischen Offenbacher Landstraße am Ortsrand von Hainhausen und Anbindung an die verlängerte Udenhoutstraße und die Landesstraße 3117 nahe der A3.

Die Gewerbetreibenden fürchten, dass Kundenströme um Weiskirchen herumgeleitet würden.

Wir möchten niemand zusätzlichen Lärm und Verkehr aufbürden“, versichert Bäckermeister Wolfgang Schäfer. „Aber wir müssen darauf aufmerksam machen, welche Folgen der Ausbau der Ringstraße für den Weiskircher Handel, die Nahversorgung und nicht zuletzt die Bürger haben könnte. Wir werden dann auf lange Sicht womöglich eine reine Schlafstadt sein. Geschäfte schließen und die Bürger müssen für jeden Einkauf ins Auto steigen.“

Es wird befürchtet, der Stadtteil veröde. Das beste Negativbeispiel, „was passiert, wenn man Kundenfrequenz aus einem Ort herauszieht“, sei Hainhausen. Schäfers Befürchtung teilen Michael Hügel (Werbetechnik Hügel), Detlef Lüddicke (Blumengeschäft), Herrmann Löw (Getränkemarkt), Metzgermeister Karl-Heinz Ricker, Cornelia Bauer („Unser Lädchen“) und Richard Helm (Schreinerei).

Das letzte Stück der Ringstraße soll Weiskirchen von Verkehr entlasten. Doch die Geschäftsleute zweifeln die genannte Zahl von 13 000 bis 14 000 Autos an, die den Stadtteil binnen 24 Stunden durchfahren sollen.

Bevor Bäcker Schäfer sein neues Café eröffnete, hatte er zur Ermittlung des Kundenpotenzials eigene Verkehrszählungen in Auftrag gegeben. An zwei Tagen und zwei Standorten auf der Hauptstraße wurden zwischen 5 und 19 Uhr maximal je 9 000 Fahrzeuge gezählt.

Der Weiskircher Handel musste die letzten zehn Jahre ohnehin viel verkraften. „Dass sie den Kreisel an der Araltankstelle geschlossen haben, war der erste Schock“, sagt Richard Helm. Ein Jahr lang war danach die Schillerstraßenbrücke geschlossen. Es folgten langwierige Kanalarbeiten und schließlich der komplette Umbau der Alfred-Delp-Straße. „Die Bauarbeiten waren zweifelsohne nötig“, sagt Wolfgang Schäfer. Aber eine Umfahrung um Weiskirchen wäre „ein Schlag“. Und Michael Hügel appelliert: „Die Politiker sollen das noch einmal überdenken.“

Quelle: op-online.de

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