„Geheime Übung muss sein“

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Der stellvertretende Kreisbrandinspektor Rolf Keim.

Rodgau ‐ Zur Großübung von Feuerwehr und Rettung sdiensten in Jügesheim liefern sich Kommentatoren auf der Onlineseite unserer Zeitung seit Tagen heiße Wortgefechte. Wir sprachen darüber mit dem stellvertretenden Kreisbrandinspektor Rolf Keim (Langen). Von Bernhard Pelka 

Unter den Kommentaren sind auch kritische Stimmen. Können Sie die Aufregung verstehen?

Nur zum Teil. Im Auftrag des Kreis Offenbach wird pro Jahr eine Großübung im Kreisgebiet abgehalten, wobei immer nur ein Teil der Feuerwehren und Hilfsorganisationen, in der Regel ein Drittel, beteiligt sind. Nicht jede dieser Übungen ist unangekündigt. Unangekündigte Übungen zerstören, genau wie Einsätze, die persönlichen Planungen und sorgen daher nicht für Stürme der Begeisterung. Sie sind aber - und das sollte eigentlich jedem Feuerwehrmitglied bewusst sein - notwendig.

Wie geheim muss eine Übung denn bleiben, um realistisch zu sein? Muss man die Beteiligten wirklich derart unter Stress setzen?

Realistische und zur Überprüfung bestehender und in der Umsetzung befindlicher Einsatzkonzepte geeignete Ergebnisse sind nur zu erhalten, wenn den Einsatzkräften möglichst lange nicht bewusst ist, dass es eine Übung ist.

Kritik wird auch am Termin geübt: ausgerechnet am freien Samstagabend. Können Sie das nachvollziehen?

Wer haftet, wenn ein Helfer oder Feuerwehrmann auf dem Weg zu einer geheimen Übung mit Tempo 120 auf der Landstraße verunglückt? Vielleicht wäre er ja langsamer gefahren, wenn er gewusst hätte, dies sei bloß eine Übung.

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Für Schäden, die durch seine Fahrweise entstehen, haftet immer der Fahrer. Dies gilt selbstverständlich auch für Einsatzkräfte, die sich im Alarmfall auf der Anfahrt zum Feuerwehrhaus befinden. Die Einhaltung der Straßenverkehrsordnung wird unseren Mitgliedern schon im Grundlehrgang vermittelt. Die Frage, ob es sich um einen Realeinsatz oder eine Übung handelt, darf bei der Anfahrt keine Rolle spielen. Eine Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer - und sei es nur durch überhöhte Geschwindigkeit - kann nicht in Kauf genommen werden.

Quelle: op-online.de

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