Notizbuch der Woche

Kommentar: Auf geht‘s zur nächsten Fahrt

Rodgau - Wie viel Lärm muss man vor der eigenen Haustür ertragen? Die leidgeprüften Anwohner der Weiskircher Hauptstraße wollen nur eines: ihre Ruhe. 14 000 Autos täglich machen jede Menge Krach. Von Ekkehard Wolf

Die Hoffnung auf eine Entlastung durch die Rodgau-Ringstraße hat der CDU in Weiskirchen über viele Jahre hinweg satte Wahlergebnisse gesichert. Gut, dass neben der Fegro nicht auch noch ein Märktezentrum entstanden ist, wie es die Union wollte: Der Durchgangsverkehr wäre kaum zu ertragen.

Die Verkehrsumleitung während der Kerb bringt für eine Woche relative Ruhe, aber nur tagsüber. Abends wird es umso doller, wenn die Musik vom Autoscooter dröhnt. Kann es da wirklich sein, dass ein mittelgroßes Zelt voller Biertrinker den Weltuntergang darstellt? Fast 40 Anwohner sehen das so, und sie sind ebenso ernst zu nehmen wie diejenigen, die Kerb feiern wollen.

Dennoch ist es an der Zeit, eine Lanze für die Tradition zu brechen. Kerb heißt Kirchweih - und die gehört nun mal an die Kirche, auch wenn der Anlass des Volksfests vielen Besuchern egal ist. Feste sorgen für Leben im Ort.

Einmal im Jahr herrscht Ausnahmezustand an der Hauptstraße: kein Durchgangsverkehr, sondern Gläsergeklirr und Stimmengewirr. Wer daneben wohnt und sich nicht ärgern will, sollte mitfeiern - oder notfalls für die paar Tage wegfahren. Vielleicht gibt‘s ja auch ein Schlafzimmer an der Rückseite des Hauses?

Die Hoffnung einiger Anwohner, mit den Vereinen auch den Rummelplatz von der Hauptstraße zu vertreiben, ist vergebens. Die Stadt hat den Schaustellern den Platz an der Kirche vertraglich zugesichert. Und so heißt es bis spät abends: „Auf geht‘s zur nächsten Fahrt.“

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © op-online.de

Kommentare