SB-Bankfiliale verwüstet

Geldautomat gesprengt: „Ich dachte, der Krieg bricht aus“

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Ein einziges Trümmerfeld ist die SB-Filiale der Deutschen Bank in der Frankfurter Straße. Unbekannte hatten gestern Nacht die Tür aufgebrochen und den Geldautomaten mit einem Gasgemisch gesprengt.

Nieder-Roden - Schaden von mehreren hunderttausend Euro richteten Unbekannte an, die gestern Nacht einen Geldautomaten der Deutschen Bank sprengten. Der SB-Pavillon in der Frankfurter Straße ist weitgehend zerstört. Von Michael Löw 

Die Tür aus Sicherheitsglas: weg. Wände aus Sicherheitsglas: zerborsten oder zur Seite gedrückt. Die gemauerte Rückwand: voller Risse. Die Inneneinrichtung: ein einziges Trümmerfeld. Die Gangster, die am frühen Donnerstagmorgen einen Geldautomaten der Deutschen Bank sprengten, haben höchstens ein paar tausend Euro Beute gemacht. Der Sachschaden geht dafür vermutlich in Hunderttausende. Zum Glück wurde bei der Explosion gegen 3.40 Uhr niemand verletzt. Die Täter hatten ein Gasgemisch in den SB-Pavillon geleitet und gezündet.

Zunächst bestand Einsturzgefahr. Doch dann stellte sich heraus, dass der Pavillon stabil genug für eine sichere Ermittlung war.

„Ich dachte, der Krieg bricht aus“; sagte ein Rollstuhlfahrer gestern Morgen vor der Polizeiabsperrung. Nachbar Matthias Holthausen berichtete von einem „heftigen Knall, wie ich ihn noch nie gehört habe“. Der alte Herr vermutete zunächst, bei ihm im Haus sei etwas explodiert. Als dort alles in Ordnung war, schaute er aus dem Fenster und beobachtete, wie ein schwarzer Opel mit Wiesbadener Nummer schnell wegfuhr. Mehr aber auch nicht, deshalb er ging wieder schlafen. Dass nur ein paar Dutzend Meter von seinem Schlafzimmer entfernt eine kleine Bankfiliale völlig verwüstet wurde, erfuhr Matthias Holthausen um 7.30 Uhr im Bus nach Jügesheim.

Die vielleicht wichtigste Spur der Polizei sind zwei Gasflaschen, die sie an der Wand des Nachbarhauses sicherstellte.

Heinz Carl aus der K+S-Seniorenresidenz auf der anderen Seite der Frankfurter Straße wurde ebenfalls durch den Knall wach. Ihm folgte ein „metallisches Geräusch“. Carl nahm an, dass Vandalen die Kleidercontainer neben dem Bankpavillon umgeworfen hatten. Was der Pensionär noch hörte, war ein energischer Ruf in einer fremden Sprache. „Vielleicht war’s der Befehl zu verschwinden“, mutmaßt er. Heinz Carl ging’s wie seinem Nachbarn Holthausen: Da er weder eine Alarmanlage noch Martinshörner der Polizei hörte, maß er der Sache zunächst keine große Bedeutung bei.

Bankautomat in Nieder-Roden gesprengt: Bilder

Nach Auskunft von Michael Malkmus von der Pressestelle des Polizeipräsidiums Südosthessen wurden dieses Jahr im Kreis Offenbach schon zwei weitere Gelautomaten gesprengt: einer in Obertshausen, einer in Sprendlingen. Von den Tätern fehlt jede Spur. Zeugen, die gestern Nacht in der Frankfurter Straße verdächtige Beobachtungen gemacht haben, sollten sich bei der Kripo unter Tel.: 069/8098-1234 melden.

Quelle: op-online.de

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