Gemeinsame Zeit ist wertvoll

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Die Sonnenuhr geht nur richtig, wenn man sie genau ausrichtet: eine Erkenntnis aus dem Projekt „Licht und Schatten“.

Jügesheim ‐ Einen Freizeitführer für Familien bringt die Carl-Orff-Schule auf den Markt. Kinder und Eltern haben 112 Aus flugs tipps aufgeschrieben. 80 davon haben es in das Taschenbuch geschafft. Am Freitag ist das druckfrische Büchlein erstmals für fünf Euro erhältlich. Von Ekkehard Wolf

Es verspricht „die besten Freizeittipps von Kindern für Kinder“. Das Angebot reicht von A wie Affenfelsen bis Z wie Zeppelinmuseum.

Die Ideensammlung soll die Familien dazu anregen, ihre Zeit gemeinsam zu gestalten. Schulleiterin Sabine Döring appelliert an die Eltern, „sich der Freizeitwünsche unserer Kinder anzunehmen und wertvolle Zeit mit ihnen zu verbringen.“

Die Idee zu diesem Freizeitführer entstand aus einer Erfahrung im Morgenkreis. Montags erzählen die Kinder, was sie mit ihren Familien am Wochenende unternommen haben. Manche berichten von tollen Aktionen und Erlebnissen. Andere erzählen vorwiegend von Fernsehen, Computerspielen und von Eltern, die wenig Zeit haben.

Kultur und Natur, Schwimmbäder und Kletterparks, Spielplätze und Freizeitparks: Alle Freizeittipps sind in Kategorien geordnet. Auch Spielideen für Regentage dürfen nicht fehlen.

Mit Knobelspielen bereiten sich diese Kinder auf ihren Besuch im Mathematikum Gießen vor. Der Schnellste schafft es in fünf Sekunden, die Teile des Zauberwürfels zusammenzustecken.

Einige Vorschläge aus ihrem Buch erproben die Schulkinder seit Montag mit ihren Lehrerinnen. Ausflüge führen sie ins Vivarium nach Darmstadt, ins Kindermuseum Frankfurt oder ins Mathematikum nach Gießen. Passend dazu beschäftigen sich die Schüler in ihrer Projektwoche mit Zootieren (Vivarium), mit Licht und Schatten (Kindermuseum) oder mit Knobelspielen (Mathematikum).
Ausflugsziele im Frankfurter Stadtwald erkunden Schüler mit Astrid Marly. „Meine Kinder waren gestern so kaputt, dass sie Stöcke brauchten, um zurück zur Straßenbahn zu gehen“, erzählt sie. Nicht nur Ziele wie die Waldspielparks und das Stadtwaldhaus sind für die Kinder ein Erlebnis, sondern auch die Anreise mit S-Bahn und Straßenbahn. Viele kennen Familienausflüge nur per Auto.

Ergebnisse der Projektwoche präsentiert die Carl-Orff-Schule morgen, Freitag, von 16 bis 18 Uhr. Dann kann man auch den neuen Freizeitführer kaufen.

Im Ledermuseum Offenbach erhielt die „Indianer“ Gruppe aus Jügesheim ein großes Lob der Museumspädagogin: So aufgeweckte und wissbegierige Gäste habe sie schon lange nicht mehr erlebt. Eine Kinderführung besuchen heute auch die „Römer“ der Carl-Orff-Schule: Sie fahren nicht etwa zur Saalburg, sondern ins Archäologische Museum Frankfurt. Lehrerin Sybille Bruder legt besonderen Wert auf den Alltag der Zivilbevölkerung: „Über römische Legionäre wissen die Kinder viel, aber über das normale Leben wenig.“

„Die Kinder saugen diese Abwechslung wirklich auf“, berichtet Schulleiterin Sabine Döring. Ein Schüler fragte: „Können wir nicht Projektwoche bis zu den Osterferien haben?“

Quelle: op-online.de

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