Genossen ziehen an einem Strang

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Ein Handschlag auf die gemeinsame Zukunft im SPD- Ortsverein Rodgau : Vorsitzender Jürgen Kaiser (rechts) und seine drei Stellvertreter Andreas Lämmermann, Ralf Kunert und Gisela Schmalenbach (von links).

Rodgau - Die Sozialdemokraten bündeln ihre Kräfte. Der SPD-Ortsverein Rodgau ersetzt die drei bisherigen Ortsvereine und den Stadtverband. Jürgen Kaiser steht als Vorsitzender an der Spitze der rund 300 Mitglieder.

Mit neuen Arbeitskreisen und Projektgruppen will sich die Partei auch für Nichtmitglieder öffnen. Nur Zufall war die zeitliche Parallele zu den Ereignissen im Vatikan. Am Donnerstag um Mitternacht waren die drei alten SPD-Ortsvereine per Beschluss des Unterbezirks aufgelöst - vier Stunden nachdem Papst Benedikt sein Amt niedergelegt hatte. Doch die Vakanz bei den Rodgauer Genossen war nach weniger als einem Tag vorbei. „Wir waren 18 Stunden ohne Ortsverein“, berichtet Ralf Kunert, einer der drei stellvertretenden Vorsitzenden.

Drei Stunden lang rauchten die Köpfe im Bürgerhaus Weiskirchen, bis die Mitgliederversammlung alle Beschlüsse abgearbeitet hatte. Die wichtigste Entscheidung fiel einstimmig: 64 Anwesende hoben die Hand für die neue Satzung des SPD-Ortsvereins, einer enthielt sich. Aufbruchstimmung verbreitete die neu gewählte SPD-Spitze gestern vor der Presse. Politik ende nicht an den Stadtteilgrenzen, betonte Vorsitzender Jürgen Kaiser: „Die Ortsbeiräte haben sich längst überholt, ebenso eine Parteiorganisation, die ähnlich strukturiert ist.“

„Bis zum Freitag hatten wir vier Vorstände, da mussten immer alle Entscheidungen durch“, sagte Ralf Kunert. Der Verzicht auf Doppelarbeit setze Kräfte frei. Die Partei wolle diese neue Kraft für die politische Arbeit und für Gespräche mit Bürgern nutzen. Viele der bisherigen Funktionäre wollten lieber in Arbeitskreisen inhaltliche Arbeit leisten als erneut in einem Vorstand zu sitzen.

Kunert sprach von ein bisschen Wehmut, aber auch von Stolz und Zufriedenheit. Die Fusion sei der erfolgreiche Abschluss eines Prozesses, den die SPD vor einigen Jahren mit der Gründung des Ortsvereins Rodgau-Nord eingeleitet habe. Damals hatten sich die Gliederungen aus Jügesheim, Weiskirchen und Hainhausen zusammengeschlossen. „Wir haben in den vergangenen Jahren gute Erfahrungen mit dieser Fusion gemacht“, sagte Kunert. „Wir sind stärker, effektiver und kreativer geworden. Und so wird es jetzt auch sein.“

Ute Seib, bisher SPD-Vorsitzende in Dudenhofen, erinnerte daran, dass sie ihr Amt mit der Zusage übernommen habe, die Fusion voranzutreiben. „Nun sind wir bereit: Wir reden nicht nur über eine Stadt Rodgau, wir wollen sie auch leben.“ Auch Andreas Lämmermann aus Nieder-Roden betonte, die Stadt Rodgau sei mehr als die Summe der fünf Ortsteile. Es gebe eine gemeinsame Identität. Dennoch haben die Sozialdemokraten bei der Zusammensetzung ihres neuen Vorstandes auf den Ortsproporz geachtet. Von 16 Funktionären kommen fünf aus Nieder-Roden, vier aus Dudenhofen, drei aus Jügesheim und jeweils zwei aus Hainhausen und Weiskirchen. Der Vorsitzende und seine drei Stellvertreter wohnen alle in unterschiedlichen Stadtteilen.

Die neue Satzung sieht neben dem Vorstand auch themenspezifische Arbeitskreise und Projektgruppen vor. Sie stehen allen interessierten Bürgen offen und agieren weitgehend unbelastet von formalen Anforderungen. Ein Arbeitskreis „Zukunft“ unter Leitung von Reinhard Seyer existiert bereits. Walter Stolz will die Kultur-Arbeit fortsetzen. Weitere Gruppen sollen sich mit überregionaler Politik, Mitgliederbetreuung, Parteigeschichte, Wahlkampf und der Organisation von Veranstaltungen befassen.

Der neue Vorstand: Jürgen Kaiser (Vorsitzender), Ralf Kunert, Andreas Lämmermann und Gisela Schmalenbach (Stellvertreter), Ute Seib (Kasse), Monika Przibilla (Schriftführung), Jens Kleindienst (Öffentlichkeitsarbeit) sowie Ulf Berkefeld, Heike Frey, Horst Fritsch, Günter Knoll, Günter Lachmund, Vera Laux, Anita Pfau, Erika Sperlich und Reinhard Seyer.

eh

Quelle: op-online.de

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