Seit Jahren kein Fortschritt

Aus für geplantes Neubaugebiet?

Nieder-Roden - Der Magistrat will das geplante Wohngebiet N 39 zwischen Krümmlingsweg und Heinrich-Böll-Schule verhindern. Im Herbst 2007 hatte das Stadtparlament einstimmig die Aufstellung eines Bebauungsplans beschlossen. Doch der Plan blieb über Jahre liegen.

Nun sollen die Stadtverordneten ihren Beschluss zurücknehmen.  Der Bebauungsplan N 39 sollte eigentlich seit September 2007 in Arbeit sein. Damals beschloss das Stadtparlament mit 40 Ja-Stimmen bei vier Enthaltungen, ein Wohngebiet von 4,8 Hektar zu planen. Es liegt westlich des Krümmlingswegs und südöstlich der Heinrich-Böll-Schule. Der Bebauungsplan wurde jedoch nicht sehr intensiv weiterverfolgt. Nach der routinemäßigen Beteiligung der Behörden im Frühjahr 2008 war Schluss.

Ein Teil des Plangebiets ist bereits bebaut (Krümmlingsweg 8 bis 30). Auf der übrigen Fläche sollten zweigeschossige Häuser entstehen. Dort könnten theoretisch zwischen 294 und 330 Menschen wohnen. Diese Zahlen basieren auf Durchschnittswerten für das Rhein-Main-Gebiet (40 bis 45 Wohneinheiten pro Hektar mal 2,3 Einwohner).

Mehrere hundert Schüler auf Anbindung

Die Hauptzufahrt zu dem Wohngebiet war über die Wiesbadener Straße geplant; dort befindet sich bisher eine verkehrsberuhigte Anliegerstraße für drei Häuser. Zusätzlich sollte das Bahnpfädchen vom Krümmlingsweg ausgebaut werden. Die Anbindung an die Wiesbadener Straße bewertet der Magistrat nun als problematisch, da dort morgens und mittags mehrere hundert Schüler unterwegs sind.

Das Gebiet N 39 ist ein Teil des 30,4 Hektar großen Areals zwischen S-Bahn und Forschheimer See, das seit langem als Bauerwartungsland im Gespräch ist. Die Hälfte davon (15,1 ha) ist bisher im Flächennutzungsplan als geplante Wohnfläche ausgewiesen. Der Magistrat will den ganzen Bereich künftig als „Grünfläche“ festlegen, wie berichtet.

Entscheidung am 13. Mai

Die Stadtverordnetenversammlung soll darüber am Montag, 13. Mai, entscheiden. Die CDU-Fraktion will erreichen, dass zunächst der Ortsbeirat über das Thema diskutiert.

Vor Beginn der Parlamentssitzung (19.30 Uhr) wollen Bürger aus Nieder-Roden dafür werben, den Bebauungsplan N 39 weiterzuverfolgen. Die Gruppe um Stephanie Blum spricht sich dafür aus, auch das übrige Gelände zwischen S-Bahn und Forschheimer See im Flächennutzungsplan als „geplante Wohnbaufläche“ zu belassen. Die Stadt solle diese Option nicht ohne Not aufgeben. J eh

Quelle: op-online.de

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