Germania radelt seit 100 Jahren

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Der Straßenradsport wird groß geschrieben bei der Jügesheimer Germania: Erhard Schäfer, Andreas Beseler, Enrico Knobloch und Daniel Ernst radeln für den Erfolg.

Jügesheim (pul) - Über Rodgau hinaus ist die kulinarische Sportwerbewoche des Jügesheimer Radfahrervereins Germania bekannt. Auch zu ihrem 100. Geburtstag werden die Köche um den Vorsitzenden Jürgen Herr am Herd stehen und vom 1. bis 6.

August die Besucher wieder einmal mit Leckereien verwöhnen. In seinem Jubiläumsjahr verbindet der Verein extremen Radsport mit kulinarischen Genüssen auf ganz besondere Art und Weise.

Der Speiseplan steht schon fest: Penne mit geriebenem Parmesan und Tomatensoße wird in den Töpfen köcheln, wenn am 31. Juli der erste Jügesheimer Radmarathon gestartet wird. Ein Novum in Rodgau, wie Jürgen Herr betont. Wer sich unter s  06106 16309 anmeldet, startet zwischen 6 und 7 Uhr auf die 215 Kilometer lange Strecke durch Odenwald und Spessart. Die 2517 Höhenmeter werden den Waden der Athleten alles abverlangen.

Auf halber Strecke in Vielbrunn gibt es besagtes Nudelgericht, um die Kohlenhydratspeicher wieder zu füllen; vier weitere Verpflegungsstellen bauen die Ehrenamtlichen einige Tage vor dem kraftraubenden Wettbewerb auf.

Schon zum 90. Geburtstag zeigte sich der RV Germania in Form. Renè Hacker stieg damals aufs Hochrad. Foto: Pulwey

An solch köstliche Verpflegung für Radsportler dachten die Vereinsgründer um den ersten Vorsitzenden Johann Valentin Hittel sicher nicht, als sie im Juni 1911 in der Gaststätte „Kühler Grund“ in der Mühlstraße zusammensaßen. Damals schwammen sie auf einer Euphorie-Welle des Radsports mit. Seit 1896 waren Radrennen olympische Disziplin, 1903 tourten erstmals Fahrer zur Tour de France, und weitere Rad-Klassiker starteten erstmals im Jahr 1909 mit dem Giro d’Italia und Mailand - San Remo.

Heute, 100 Jahre danach, könnte sich wieder eine Rad-Euphorie entwickeln, steigen doch die Zahlen der morgendlichen Pendler, die den hohen Energiepreisen zum Trotz mit dem Drahtesel zum Arbeitsplatz radeln.

Trotzdem öffnet sich die 200 Mitglieder starke Germania auch für andere Sportarten. Bernd Frischter: „Der Verein stellt sich breiter auf, um die seit 30 Jahren existierende Halle mit neuem Leben zu füllen.“

So finden sich in der Elbinger Straße neben den Sparten Einradfahren, Radball, Radtouristikfahrten und Straßenradsport auch Wirbelsäulengymnastik (montags von 18.30 Uhr bis 20 Uhr) und Tae Bo, eine Fitnesssportart, die Elemente aus asiatischen Kampfsportarten enthält, aber den Körper auch über Aerobic fit hält. Mehr als 30 Millionen Menschen weltweit stählen so ihren Körper. Leiter ist Wase Nazary, einer von 40 A-Lizentrainer weltweit. Aushängeschild des Vereins ist aber die Sparte Straßenradsport (Triathlon, Radrennen und Radmarathon).

Neben Matthias Stark, Michael Ries, Wolfgang Klaus und Wase Nazary tritt Enrico Knobloch für die Germania in die Pedale. Der Sieger des Rodgau-Triathlons nahm bereits 2009 am Iron Man auf Hawaii teil. Im Mai tritt er bei den Hessenmeisterschaften im Vogelberg an und will sich dabei für die Deutsche Meisterschaft im Einzelzeitfahren qualifizieren.

Quelle: op-online.de

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