Geschichte zum Anfassen

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Viel Spaß hatten die Schüler bei der Aufführung ihrer Theaterszenen, auch wenn die zu Grunde liegenden Ereignisse nichts zum Lachen waren.

Rodgau/Heusenstamm ‐Geschichte muss nicht immer ein trockenes Thema sein. Das erlebten Schüler aus Jügesheim, Heusenstamm und Ilawa (Polen) in ihrem Projekt „Geschichte zum Anfassen“. Von Ekkehard Wolf

Jetzt wurde dieses Schulprojekt vom Deutsch-Polnischen Jugendwerk (DPJW) ausgezeichnet. Beim Schüleraustausches im Mai und September hatten sich 40 Schülerinnen und Schüler zwischen 13 und 16 Jahren mit der deutsch-polnischen Geschichte beschäftigt. Sie sammelten Interviews von Zeitzeugen, zeichneten Bildergeschichten und Comics zu wichtigen Ereignissen der deutsch-polnischen Geschichte und inszenierten sie in Form von Theaterszenen.

An dem Austausch beteiligten sich Jugendliche der Georg-Büchner-Schule Jügesheim, der Adolf-Reichwein-Schule Heusenstamm und des Lyzeums von Ilawa. Gemeinsame Exkursionen führten sie zu Gedenkstätten und geschichtsrelevanten Orten wie Marienburg, Danzig, Westerplatte, KZ Stutthof und Wolfsschanze in Polen sowie Maginot-Linie, Soldatenfriedhof Niederbronn, KZ Natz wei ler- Strut hof und Straßburg im Elsass. Betreut wurden der Austausch und das Projekt von den Lehrkräften Aleksandra Karczewska, Gabi Giersberg und Perihan Cosar aus Rodgau sowie Anna Dusek und Matthias Lippert aus Heusenstamm.

Das Projekt wurde wie 58 weitere Projekte zum Wettbewerb „Erinnerung bewahren“ des Deutsch-Polnischen Jugendwerks eingereicht. Eine Jury aus Historikern, Journalisten, Abgeordneten und Ministerialbeamten zeichnete die „Geschichte zum Anfassen“ neben zwei anderen Schulprojekten aus.

Engagement der Jugendlichen beeindruckt Jury

Ohne die Kenntnis der Vergangenheit kann man die Gegenwart nicht verstehen. Deswegen ist es für das DPJW immer wichtig, wenn sich Jugendliche aus Deutschland und Polen bei ihren Begegnungen auch mit ihrer gemeinsamen Geschichte auseinander setzen“, erläutert der DPJW-Geschäftsführer des Büros Warschau, Pawel Moras, die Themenwahl des Jugendpreises. „Beeindruckt war die Jury vom Engagement der Jugendlichen, von der Bandbreite außergewöhnlicher Präsentationsformen wie Theaterszenen, Comics, Lyrik oder einer lebendigen Ausstellungsform, wie auch von der Tatsache, dass einige trilaterale Projekte am Wettbewerb teilnahmen.“

Matthias Lippert, Schulleiter der Adolf-Reichwein-Schule, und Karolina Nehring, Deutschlehrerin am Eylauer Lyzeum, nahmen jetzt in Breslau die Auszeichnung entgegen. Staatssekretär Josef Hecken vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und dessen polnischer Kollege aus dem Ministerium für nationale Bildung, Krzysztof Stanowski, überreichten den Preis. Als Geschenk dazu gab es zehn GPS-Handgeräte für das so genannte Geocaching. Diese moderne Art einer Schnitzeljagd soll beim nächsten Schüleraustausch mit sportlichem Schwerpunkt eine wichtige Rolle spielen.

Quelle: op-online.de

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