Geschichte des Lagers auf Informationstafeln

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An die Opfer des Gefangenenlagers Rollwald erinnerten (von links) Ortsvorsteher Steffen Hartmann, Dr. Rudolf Ostermann, Pfarrer Dr. Felipe Blanco Wißmann und der designierte Landrat Oliver Quilling.

Rollwald (pep/eh) ‐ Das ehemalige Gefangenenlager Rollwald soll im Ortsbild sichtbarer werden. Das hat sich der Verein für multinationale Verständigung Rodgau (munaVeRo) vorgenommen.

Vorsitzender Dr. Rudolf Ostermann berichtete bei der jährlichen Gedenkfeier auf dem Gelände des früheren Lagerfriedhofs über die Pläne. Fundierte Informationen seien wichtig, da immer weniger Zeugen jener Zeit über die Ereignisse berichten könnten.

Die „Rollwald-AG“ des Vereins hat eine Informationstafel gestaltet, die im Rahmen der „Rodgauer Geschichtspfade“ im Frühjahr nächsten Jahres aufgestellt werden soll. Texte, Fotos und ein Lageplan erinnern an die Geschichte des Lagers, das bis zu 1 500 Gefangene aufnehmen konnte. Zwischen 1938 und 1945 saßen dort mehr als 10 000 Häftlinge ein. „Bis zu ein Drittel der Gefangenen waren nach heutigem Recht keine Straftäter“, heißt es auf der Informationstafel, die unter munavero.de bereits im Internet zu sehen ist.

Auf lange Sicht will der Verein die Grünanlage mit Gedenkstein optisch besser vom Parkplatz abgrenzen. Drei weitere Text- und Bildtafeln sollen umfassendere Informationen bieten. Die wichtigsten Angaben sollen auch in englischer Sprache enthalten sein.

Damit setzt „munaVeRo“ fort, was der Förderverein für die historische Aufarbeitung des Lagers Rollwald 1999 begonnen hatte. In mehrjähriger Arbeit hat die Historikerin Dr. Heidi Fogel unzählige Informationen zusammengetragen und ausgewertet. Ihr 2004 erschienenes Buch „Das Lager Rollwald“ fasst die Erkenntnisse auf fast 300 Seiten zusammen. Das Buch ist noch bei Dr. Ostermann erhältlich - so lange der Vorrat reicht.

Quelle: op-online.de

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