Filmische Raritäten

Geschichte auf Zelluloid

+
Rudi Keller (rechts) hat sich als Heimatfilmer um die Geschichte von Rodgau verdient gemacht. Jetzt muss er fürchten, dass seine Arbeit teils vergebens war.

Dudenhofen - Der Verein für Heimat, Geschichte und Kultur in Dudenhofen möchte alte Heimatfilme digitalisieren. Wie sehr die Zeit dabei drängt, zeigte der Tag der offenen Tür.

Der 50 Jahre alte Projektor gab bei einer Vorführung den Geist auf und fügte einem Filmdokument erheblichen Schaden zu. Den Gästen bereitete es sichtlichen Spaß, die Filme vergangener Tage anzuschauen und das ein oder andere Gesicht wieder zu erkennen. „Da! Den kenn ich doch“, stellten viele vor der Leinwand immer wieder fest. Doch die Freude währte leider nur etwas über eine Stunde. Dann verabschiedete sich der inzwischen 50 Jahre alte Projektor und fügte dabei auch dem geschichtlich wertvollen 16-Millimeter-Film einen Schaden zu.

„Das ist wirklich ärgerlich“, bedauert Vereinsvorsitzender Klaus Klein sowohl den Abbruch der Filmvorführungen für die Besucher, als auch den Schaden an Gerät und Film. Gerade in dieser Situation werde wieder einmal deutlich, wie wichtig es sei, dieses Filmmaterial zu digitalisieren und somit auch vor Beschädigung und Verlust zu schützen. Hintergrund der Filmvorführungen der sehenswerten Streifen von Rudi Keller aus Nieder-Roden war es gewesen, dass sich der Verein insbesondere die Filme der Germania Dudenhofen ausleihen wollte. Diese sollen als nächstes ins digitale Format umgewandelt werden.

Dudenhofens 700-Jahr-Feier auf DVD

Immerhin komplett zu sehen war an diesem Nachmittag die 700-Jahr-Feier von Dudenhofen, die Rudi Keller damals auf Film gebannt hatte. Ebenfalls sollten gezeigt werden die Reise der Germania nach Nieuwpoort 1985, die akademische Feier zum 90-jährigen Jubiläum der Germania sowie der dazugehörende Frühschoppen, und auch die Weiberfastnacht 1979.

Seit kurzer Zeit zu haben ist die vom Verein digitalisierte und aufbereitete Fassung der 700-Jahr-Feier in Dudenhofen, die Friedrich „Fritz“ Klein gefilmt hatte. Die 40-minütige DVD kostet zehn Euro.

Geschichte von 100 Einwohnern

Ebenfalls über Fortschritte freute sich Klaus Klein bei seinem Projekt „100 Dudenhöfer“. Fotostrecken sollen die Geschichten von 100 Einwohnern erzählen, vom Kinderalter an solange es Bildmaterial gibt. Zusätzlich plant er, einige Biografien von früheren Dudenhöfern zusammen zu tragen.

Etwa fünf Jahre veranschlagt Klein für das Projekt noch. „Das ist eine langfristige Arbeit, die von vielen Zufallsfunden abhängt und davon, was wir von den Bürgern an Material und Informationen bekommen.“ Es ist eben schwierig, nach so vielen Jahren die unterschiedlichen Bilder zu sortieren und Verknüpfungen untereinander herzustellen. 

pep

Quelle: op-online.de

Kommentare