Rodgau schöpft neue Hoffnung

Gespräch über Notdienst wieder möglich

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Rodgau - Die Zukunft der ärztlichen Notdienstzentrale bleibt ungewiss. Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Hessen widerspricht der Ansicht des Vereins „Zusammen mit Bürgern“, wonach die Stadt Neu-Isenburg eine Ausnahme erreicht habe.

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„Es gibt keine Sonderregelung für Neu-Isenburg“, betonte KV-Pressesprecher Karl Matthias Roth gestern gegenüber unserer Zeitung: „Es ist vereinbart worden, miteinander zu reden.“ Dies sei das Ergebnis einer Unterredung mit Sozialminister Stefan Grüttner: „Diesem Wunsch kommen wir natürlich nach.“ Gibt es eine Chance, dass sich nun etwas bewegt? Roth: „Das kann und will ich nicht vorhersehen.“ Bisher plant die KV Hessen, den ärztlichen Bereitschaftsdienst im Kreis Offenbach auszudünnen. Ab 2015 sollen nur noch drei Standorte übrig bleiben: Seligenstadt, Dietzenbach und Langen. Die betroffenen Kommunen, unter anderem Rodgau und Neu-Isenburg, wollen das nicht hinnehmen. Bei dem Gespräch vom 8. August im Sozialministerium hatten die Protestfront aus dem Westkreis Rückenwind verspürt, wie Neu-Isenburgs Bürgermeister Herbert Hunkel erklärte: „Minister Grüttner hat Verständnis dafür, dass bei der Neuregelung hessenweit nicht über einen Kamm geschert wird, sondern erfolgreiche, lokale Organisationsformen berücksichtigt werden.“

Auch der Rodgauer Magistrat schöpft nun neue Hoffnung, obwohl er erst aus der Zeitung von der Wiesbadener Runde erfuhr. Eigentlich wollte die Kassenärztliche Vereinigung nicht mehr mit einzelnen Kommunen reden. Diese Linie hat sie nun verlassen. Dies bestätigt Pressesprecher Roth. Der KV-Vorstand wolle vorrangig mit Bad Vilbel und Neu-Isenburg sprechen, sei aber auch zu Gesprächen mit anderen Kommunen bereit. Allerdings gebe es in anderen Regionen keine derart starken Proteste wie im Rhein-Main-Gebiet. Als nicht sehr realistisch bezeichnet Karl Matthias Roth die Angst vor Engpässen und stundenlangen Wartezeiten in den künftigen Bereitschaftsdienstzentralen. Beabsichtigt sei ein „lernendes System, das sich den Gegebenheiten anpasst“.

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Falls erforderlich, werde man zusätzliches Personal einstellen. Eine gewisse Wartezeit sei im Bereitschaftsdienst ebenso normal wie in einer Arztpraxis, die ohne Terminvereinbarung arbeite. Der KV-Sprecher kündigte an, die Patienten rechtzeitig vor der Umstellung durch Informationsblätter in den Hausarztpraxen zu informieren. ´

(eh)

Quelle: op-online.de

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