Gessler lässt es leuchten

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Diplomingenieur Marcus Gessler (Bildmitte), mit Vater Helmut zusammen Geschäftsführer der Gessler GmbH, zwischen Anfängen und Zukunft: mit der Beleuchtung der grün-weißen Notausgangsschilder fing es an. Im Messeturm strahlen derzeit im Notfall 660 zentral gesteuerte Leuchten.

Rodgau - (chz) Kein Rettungsweg ohne Notbeleuchtung. So wollen es strenge Brandschutzvorschriften. Und das ist auch gut. Denn im Fall der Fälle kann die Notbeleuchtung Leben retten. Darauf gründet die Geschäftsidee einer Rodgauer Firma, die vielleicht nur wenigen bekannt ist, obwohl jeder fast täglich mit ihren Produkten konfrontiert ist.

Die Gessler GmbH Akkumulatorentechnik, Gutenbergring 14 in Nieder-Roden, hat sich spezialisiert auf das Ausleuchten von Rettungswegen, beginnend mit der Beleuchtung des berühmten grünen Notausgangschildes und ausgeweitet auf Notbeleuchtungssysteme für Versammlungsstätten jeder Art - vom Kino bis zum Fußballstadion.

Helmut Gessler hat die GmbH 1975 gemeinsam mit seiner Ehefrau gegründet; bis heute ist es ein Familienunternehmen geblieben. Sohn Marcus ist zweiter Geschäftsführer, und die dritte Generation ist gerade ein und drei Jahre alt. Alle stehen mit Leib und Seele hinter dem Unternehmen. „Wir legen Wert auf Kontinuität bei den Mitarbeitern und haben ein sehr gutes Klima auch bei den rund 75 Mitarbeitern in Rodgau. Es gibt fast keine Fluktuation“, ist Helmut Gessler stolz. Leuchten werden in Nieder-Roden produziert, Systeme teilweise in March bei Freiburg; Niederlassungen hat die Firma in München, Stuttgart, Berlin, Chemnitz, Essen und Mannheim.

Angefangen hat es mit lauter weißen Männchen auf grünem von hinten beleuchtetem Grund - heute werden davon 100 000 Stück pro Jahr produziert. Das Kerngeschäft indes sind die Zentralen, die bei einem Netzausfall automatisch ganze Einheiten wie Hochhäuser auf Notstrom umschalten. Schließlich müssen die Menschen bei einem Brand sicher aus den Gebäuden heraus geleitet werden. Dazu kommen Systeme für Operationsleuchten und Aufrechterhaltung lebenswichtiger Elemente vor allem in der Intensivmedizin wie etwa Lungenfunktionsmaschinen.

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Im Lauf der Jahre ist die Gessler GmbH zu einem der Marktführer geworden und gehört zu den ersten Drei in Deutschland. Die Commerzbank-Arena, das Rhein-Energiestadion, IKEA-Märkte (bundesweit), nahezu alle Hochhäuser in Frankfurt, das Airrail Center Frankfurt sind mit ihren Sicherheitssystemen ausgestattet, und auch der Auftrag für die Sanierung der Deutschen Bank-Türme ist eben gekommen. Ganz neu ist auch der Auftrag fürs europäische Patentamt in München.

In der Kulturhalle Rödermark fand unlängst ein Gessler-Seminartag mit Referaten über die aktuelle Vorschriftenlage von Sicherheitsstromversorgungen statt. Rund 330 Fachbesucher hörten kostenlos Fachvorträge zu aktuellen Vorschriften wie etwa „Neue Hochhausrichtlinie“ im ebenfalls neuen hessischen Baurecht. Besonders Fachplaner und Ingenieurbüros, aber auch Elektrounternehmen informierten sich.

Das gesamte Parkhaus der Kulturhalle war angemietet und ein Shuttle-Service eingerichtet worden. Im Foyer war ein Fluchttunnel mit einem simulierten Netzausfall aufgebaut, welcher mit kleinen Power-LED-Leuchten als Notbeleuchtung illuminiert war.

Die Systeme werden dank LED-Lampen immer kleiner, es müssen keine Leuchtmittel mehr ausgewechselt werden, deshalb ist die Sicherheit immer gegeben“, erläuterte Diplom-Ingenieur Marcus Gessler. Fünf-Watt-LED-Leuchten reichen heutzutage zur Ausleuchtung für Räume, wie man es sich früher nie erträumt hätte. Vor zwei Jahren hatte die Firma Gessler eine ähnliche Veranstaltung schon einmal in der Commerzbank-Arena angeboten.

Das Unternehmen kann ruhig in die Zukunft schauen: „Noch leben wir in einem gesunden Markt - das Konjunkturpaket zieht. Es werden viele Bürgerhäuser, Stadthallen und andere öffentliche Gebäude ausgestattet“, freuen sich Vater und Sohn Gessler.

Quelle: op-online.de

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