Engel schwebt am Haken

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Alfred Hann vom Steinmetzbetrieb Petrax bei der Millimeterarbeit.

Rodgau - Bloß keine Eile! Langsam hebt der Kran die Bronzefigur auf den Sockel der neuen Gemeinschaftsgrabanlage in Dudenhofen. Im Zeitlupentempo schwebt der markante Engel ein. Von Bernhard Pelka

Steinmetzmeister Uwe Kieling und sein Kollege Alfred Hann aus Nordhessen arbeiten mit Fingerspitzengefühl. Es wäre auch wirklich zu schade, wenn dem filigranen Kunstwerk von Marie-Louise Bodirsky etwas passierte. Doch alles geht gut - und nach spannenden Minuten steht die Figur „Zum Licht“ zentimetergenau auf ihrem erhöhten Platz.

Auf den Rodgauer Friedhöfen ist seit 14 Tagen die Belegung der pflegefreien Gemeinschaftsgrabanlagen und Rasenerdgräber möglich. Dieser Tage wurden nun in Dudenhofen, Hainhausen, Weiskirchen und Nieder-Roden die Kunstwerke aufgestellt, die diese Anlagen zu markanten Orten machen.

Dort können eine Vielzahl von Urnen und Särgen beigesetzt werden. Die Friedhofsverwaltung bestimmt das Erscheinungsbild und übernimmt Pflege und Unterhaltung. Der Preis eines solchen Grabes enthält die Pflegekosten für 20 Jahre. Ein Grab in einer Gemeinschaftsanlage kostet 1180 Euro (Urne) oder 1940 Euro (Sarg), ein Rasengrab (Sarg) 1632 Euro. Dazu kommen noch Gebühren für die Beisetzung.

Künstlerischen und zentralen Mittelpunkt

Eigens für diesen Ort des Gedenkens geschaffene Skulpturen bilden auf jedem Friedhof einen künstlerischen und zentralen Mittelpunkt. Zusätzlich aufgestellte Ruhebänke laden zum Gedenken ein.

An dieser Stelle können Angehörige Blumen oder Gestecke abzulegen, was an den Grabstellen selbst nicht erlaubt ist. Das Nutzungsrecht wird für die Dauer von 20 Jahren verliehen und die Belegung erfolgt nach den vorgegebenen Belegungsplänen. Individuelle Wünsche bei der Belegung oder der Gestaltung der Grabstätte können im Bereich der Gemeinschaftsgrabanlagen nicht berücksichtigt werden.

Pflegefreie Gemeinschaftsgrabanlagen

Pflegefreie Gemeinschaftsgrabanlagen werden auf dem Neuen Friedhof in Nieder-Roden, den Friedhöfen Dudenhofen, Hainhausen, Weiskirchen und dem Waldfriedhof in Jügesheim angeboten. Daneben werden auf allen Friedhöfen, außer dem Waldfriedhof dafür aber auf dem Alten Friedhof in Jügesheim, Rasengräber eingerichtet. Der Hauptunterschied zu den Gemeinschaftsgrabanlagen ist, dass Grabsteine und Bepflanzung zwar in geringem Umfang, Grabeinfassungen allerdings nicht möglich sind.

Uwe Kieling bereitete den Sockel vor.

Die größere Fläche des Grabes wird auch hier Rasen sein, den die Friedhofsverwaltung anlegt und pflegt. Auf dem Jügesheimer Waldfriedhof ist zudem ein Grabfeld entstanden, auf dem Muslime ihre Verstorbenen gemäß der in der muslimischen Kulturtradition geregelten Bestattungsvorschriften beerdigen können. Die Kosten für den Ausbau der Gemeinschaftsgrabanlagen, einschließlich des muslimischen Grabfeldes mit der notwendigen Wegesanierung, belaufen sich auf etwa 220.000 Euro. Die Gedenkskulpturen kosten 66.000 Euro.

Quelle: op-online.de

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