Zwischen Fegro und Autobahnmeisterei

Wiese soll Gewerbegebiet werden

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Die „Lichte Haide“ liegt direkt an der Autobahn 3. Seit mehr als 14 Jahren will die Stadt hier Gewerbe- und Industriebetriebe ansiedeln. Falls die Eigentümer ihre Grundstücke nicht bis zum 28. Februar verkaufen, soll die Hessische Landgesellschaft das Gebiet entwickeln und vermarkten. Rechts im Bild: der Häuser Weg.

Weiskirchen - Das geplante Gewerbegebiet zwischen Fegro und Autobahnmeisterei soll nicht länger Wiese bleiben. Der Magistrat macht Druck: Alle Grundstückseigentümer müssen bis zum 28. Februar einen Verkauf in die Wege leiten.

Spätestens Ende 2014 müssen Bauanträge gestellt sein. Falls diese Fristen nicht eingehalten werden, will der Magistrat das Gebiet über die Hessische Landgesellschaft (HLG) entwickeln. Sollte auch das scheitern, werde der Bebauungsplan außer Kraft gesetzt.

„Wir wollen in absehbarer Zeit eine wirtschaftlich sinnvolle Bebauung sehen“, sagte Bürgermeister Jürgen Hoffmann gestern vor der Presse. In den 14 Jahren seit der Aufstellung des Bebauungsplans „Lichte Haide“ (W 18) habe sich außer dem Bau der Autobahnmeisterei nichts getan. Nun wolle der Magistrat „ein bisschen Bewegung reinbringen“.

„Wir sind überzeugt, dass es möglich ist“

Für die vier Hektar östlich des Häuser Wegs gibt es laut Hoffmann einen ernsthaften Interessenten. Der Magistrat will die rund 40 Grundeigentümer nun dazu bringen, sich bis 28. Februar für einen Verkauf zu entscheiden. „Wir sind überzeugt, dass es möglich ist“, so Hoffmann. Bis dahin müsse zumindest ein Kaufoptionsvertrag geschlossen sein. Ansonsten werde die Stadt die Hessische Landgesellschaft beauftragen, die Grundstücke für 55 Euro pro Quadratmeter anzukaufen und das Gewerbegebiet zu entwickeln. Sollte auch der Weg über die HLG scheitern, bleibe als letzter Ausweg nur die Rücknahme des Bebauungsplans. Aus Bauland würde dann wieder Wiese.

Seit 1998 habe jeder Eigentümer genug Zeit gehabt, sein Grundstück zu verkaufen, betont Erster Stadtrat Michael Schüßler. Wenn sich nichts bewege, sei Gewerbe wohl „an anderer Stelle sinnvoller“. Die Stadt könne den beschlossenen Bebauungsplan problemlos wieder außer Kraft setzen: „Planungsrecht ist Hoheitsrecht.“

Bebauungsplan W 18 ist seit 1998 in Kraft

Der Bebauungsplan W 18 ist seit 8. April 1998 in Kraft. Er weist die Fläche als Industrie- und Gewerbegebiet aus. Bis zu 60 Prozent der Fläche dürfen überbaut werden. Speditionen und großflächiger Einzelhandel sind ausgeschlossen. Der Bodenrichtwert des Amts für Bodenmanagement liegt bei 150 Euro pro Quadratmeter.

Im Jahr 2007 hatte die Firma Ulma, ein Verleihbetrieb für Betonschalungen und Baugerüste, ihr Interesse an einem Umzug auf die „Lichte Haide“ bekundet. Die Ansiedlung scheiterte an den langwierigen Verhandlungen, obwohl zuletzt alle Grundeigentümer verkaufen wollten. Die Deutschlandzentrale von Ulma zog daraufhin 2008 mit rund 50 Arbeitsplätzen nach Rödermark.

eh

Quelle: op-online.de

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