Gewerbe an die B 45

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Künftiges Gewerbegebiet, wohin das Auge blickt: 230 000 Quadratmeter sind verkauft.

Dudenhofen (eh) - Das größte Gewerbegebiet seit Jahrzehnten weist die Stadt Rodgau östlich von Dudenhofen aus. Zwischen der Bundesstraße 45 und der Kompostierungsanlage soll ein 23 Hektar großes Gewerbegebiet entstehen.

Ein internationaler Investor will dort ab 2014 einen multifunktionalen Gewerbe- und Logistikpark errichten. Der städtischen Wirtschaftsförderung ist das Kunststück gelungen, 90 Grundstückseigentümer unter einen Hut zu bekommen. Sie verkaufen 57 Flurstücke zwischen 800 und 18 000 Quadratmeter zum einheitlichen Preis von 50 Euro je Quadratmeter. Der letzte Eigentümer unterschrieb am 2. Januar beim Notar.

Als „historisch einmalig“ bezeichnet Bürgermeister Jürgen Hoffmann das Miteinander zwischen Projektentwickler, Stadt und Eigentümern. Die Zusammenarbeit sei „vertraulich, aber transparent“ gewesen.

Einen zentralen Anteil daran hatte ein fünfköpfiges Sprechergremium, das die Grundeigentümer Ende 2010 wählten. „Da wussten wir gar nicht, was auf uns zukommt“, sagt Karl-Heinz Kühnle, einer der fünf. Der Kontakt mit der städtischen Wirtschaftsförderung sei ebenso angenehm wie intensiv gewesen: Jede Woche seien mehrere Telefonate oder E-Mails hin und hergegangen. „Es ging wirklich relativ zügig“, bestätigt auch Roland Pasedag; mit den städtischen Gremien habe man eine gute Einigung gefunden. „Für uns war es immer wichtig, Kriterien zu finden, die für alle akzeptabel waren“, berichtet Heike Kratz aus der Arbeit des Sprechergremiums. Karl-Uwe Gerhardt begrüßt das Mitspracherecht der Eigentümer bei der Auswahl des Investors.

Interesse von sieben Investoren

Sieben Investoren hatten ihr Interesse an dem großen Gebiet bekundet. Das Spektrum reichte „vom Großlogistiker bis zur Entwicklung von großflächigem Einzelhandel“, wie Bürgermeister Hoffmann berichtet. Schließlich bekam ein Unternehmen den Zuschlag, das der Stadt und den Eigentümern weit entgegenkam. „Einen Ablauf wie hier habe ich noch nicht erlebt“, lobt Projektentwickler Manfred Tihme (Bruchköbel), der die VGP-Gruppe vertritt: „Eine Ehrlichkeit, eine Offenheit, die man nicht mehr so häufig findet.“

Zwischen Kreisquerverbindung (oben), B 45 (links) und Blumenau (unten) soll ein großer Logistik- und Gewerbepark entstehen. Die blauen Flächen kennzeichnen die so genannten Baufenster - was aber nicht heißt, dass sie bis zum Rand bebaut werden.

„Wir haben ein Stück weit den gordischen Knoten zerschlagen“, meint Bernhard Schanze, der Leiter der städtischen Agentur für Wirtschaftsförderung und Stadtmarketing. Mit dem neuen Gewerbegebiet wachse das Interesse von Unternehmen am Stadt Rodgau. Im günstigsten Fall komme dadurch eine Welle weiterer Ansiedlungen in Gang. Ein Objekt wie der geplante Gewerbe- und Logistikpark ziehe auch technologieorientierte Unternehmen an. Zunächst muss die Stadt Rodgau ihre Hausaufgaben machen. Ein Bebauungsplan und ein städtebaulicher Vertrag mit dem Investor sind die nächsten Punkte auf der Agenda, wenn 2014 die Bagger rollen sollen.

Quelle: op-online.de

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