Eidechsen im neuen Zuhause

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Vor dem Bau des großen Gewerbeparks bei Dudenhofen werden seltene Tiere umgesiedelt.

Dudenhofen - Seltene Tiere müssen umsiedeln, damit östlich der B 45 ein riesiger Logistik- und Gewerbepark gebaut werden kann. Dr. Günter Sonntag (Darmstadt) hat vier Zauneidechsen eingefangen und in Stoffsäckchen zu ihrem neuen Lebensraum gebracht.

Der liegt einen Kilometer weiter südlich. Der Fachmann vom Büro für Landschaftsökologie und Umweltplanung hat die Umsiedlung in Wort und Bild dokumentiert. Mit Engelsgeduld und geschultem Blick fand er zunächst drei erwachsene Männchen und ein trächtiges Weibchen. Zwei Kontrollbesuche förderten nur noch ein knapp einjähriges Jungtier zutage. Im August oder September will Sonntag noch einmal nach Eidechsen fahnden.

Jetzt leben die geschützten Kleinreptilien auf einer 4 900 Quadratmeter großen Wiese, die echsengerecht „möbliert“ ist: Sandaufschüttungen, ein kleiner Steinhaufen und Totholz bieten den wechselwarmen Tieren sowohl sonnige als auch schattige Plätze. Gestern Mittag scheiterte aber der Versuch, die Zauneidechsen beim Sonnenbad zu beobachten: „zu heiß“, erklärte Günter Sonntag.

Ein eingegrabener Bretterzaun mit schwarzer Folie rahmt das Gelände ein. Er soll verhindern, dass die Zauneidechsen aus ihrem neuen Zuhause abwandern. Die Tiere sind so reviertreu, dass sie sonst versuchen würden, ihre alte Heimat wiederzufinden.

Diese Tierarten sind nach Deutschland eingewandert

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Die Wiese soll auch dem Bluthänfling eine neue Heimat bieten. Dazu werden Hecken gepflanzt. Auch auf zwei weitere Vogelarten müssen die Bauherren des Gewerbeparks Rücksicht nehmen: Haussperling und Feldlerche. Nistkästen an den Hallenfassaden und 20 so genannte Lerchenfenster auf den Feldern der Umgebung sind im Bebauungsplan vorgeschrieben. J eh

Quelle: op-online.de

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