Gewerbeverein hört auf

Nieder-Roden (eh) - Der Gewerbeverein Nieder-Roden löst sich auf. Das hat die Mitgliederversammlung am Donnerstag mit 13 : 1 Stimmen beschlossen. In einer mehr als einstündigen Diskussion sahen die wenigen Anwesenden keine Möglichkeit, die Arbeit fortzusetzen.

„Es war etwas traurig“, berichtet Stefan Manus, der seit 19 Jahren als Vorsitzender an der Spitze stand. Bei einer so existenziellen Frage habe er „eigentlich mit einem vollen Haus gerechnet“. Doch nur 14 der 33 Mitgliedsfirmen waren vertreten. Das Desinteresse der Mehrheit ist für Manus ein deutliches Signal: „Wenn es keiner will, machen wir halt das Buch zu.“

Als Dank an die Bevölkerung will der Gewerbeverein aus seinen finanziellen Reserven etwas Bleibendes für Nieder-Roden hinterlassen, vielleicht eine große Uhr auf dem Puiseauxplatz. Die Mitglieder können Vorschläge äußern. Bis zum Jahresende will der Vorstand auch diese Aufgabe abgewickelt haben.

Die große Autoschau auf dem Puiseauxplatz soll es auch weiterhin alle zwei Jahre geben. Er wolle die Autohäuser bei der Organisation unterstützen, kündigt Stefan Manus an. Den Mitgliedern seines Gewerbevereins empfiehlt er, sich entweder dem Gewerbeverein Dudenhofen oder dem Förderverein Rodgau GHD anzuschließen. „Das setzt aber das Engagement voraus, dass man etwas bewegen will“, so Manus.

Neue Mitglieder mit offenen Armen erwartet

„Die Auflösung war vorauszusehen“, sagt Gerhard Lederer vom Rodgau GHD. Zwei seiner Vorstandskollegen seien aus Nieder-Roden und konzentrierten sich nun stärker auf die Arbeit dort. Zum „Tag des offenen Unternehmens“ am 24. Juni 2012 plane GHD eine Gewerbepräsentation auf dem Puiseauxplatz.

Auch der Gewerbeverein Dudenhofen erwartet neue Mitglieder aus dem südlichen Stadtteil mit offenen Armen. Vorsitzender Berthold Schüßler: „Wir heißen jeden willkommen und werden uns bemühen, die Belange von Nieder-Roden mit zu vertreten.“

Bereits vor der Versammlung in Nieder-Roden hatte Helmut Schrod, der örtliche Geschäftsstellenleiter der Sparkasse, seine Bedenken geäußert: „Ich halte es für dramatisch, wenn der größte Stadtteil keinen Gewerbeverein mehr hat.“ Mit einem Wortspiel erklärt Schrod die Notwendigkeit: „Einzelhandel heißt Einzelhandel, weil er einzeln handelt. Das sollte mit so einem Verein ja gerade durchbrochen werden.“

Quelle: op-online.de

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