Sportplatz-Bebauung voranbringen

„Gewinn für alle Beteiligten“

+
Die Planskizze für die Bebauung des Sportplatzes Weiskircher Straße stieß auch gestern beim JSK-Familienfest auf Interesse. Manche Besucher wollten sich am liebsten gleich einen Bauplatz sichern. Sie müssen sich aber noch gedulden: Es dürfte noch Jahre dauern, bis der Bebauungsplan steht und das Gelände baureif ist.

Jügesheim -  Mit seiner Idee eines „Sportcampus“ an der Weiskircher Straße und Egerstraße stößt der Vorstand des JSK Rodgau auf offene Ohren. Die rund 100 Teilnehmer der Mitgliederversammlung beauftragten den Vorstand einstimmig, die Pläne weiter zu verfolgen.

Erste Stimmen aus der Kommunalpolitik klingen aufgeschlossen. Der größte Verein Rodgaus (2 800 Mitglieder) will eine Multifunktionshalle auf dem ehemaligen Gärtnerei-Grundstück an der Egerstraße errichten. Die Kosten von rund 4,5 Millionen Euro will der JSK finanzieren, indem er einen Teil des Sportgeländes an der Weiskircher Straße als Bauplätze verkauft. Ein 35 Meter langer Streifen entlang der Rodau soll zur parkähnlichen Grünanlage werden.

„Eine sehr interessante Entwicklung“ erkennt CDU-Fraktionsvorsitzender Clemens Jäger in dem Vorhaben. „Wir sehen, dass alle Beteiligten profitieren können: die Stadt mit der Gestaltung eines Abschnitts des Rodauparks, der Verein mit modernen, zukunftsorientierten Sportanlagen und die Anwohner mit weniger Lärm.“ Die CDU-Fraktion werde am nächsten Montag darüber beraten. Bereits jetzt könne man sagen: „Wir stehen dem Projekt positiv gegenüber.“

Das Konzept klinge schlüssig, sagt SPD-Fraktionsvorsitzender Ralf Kunert: „Ich finde es positiv, wenn sich Vereine verändern, modernisieren und zukunftsfähig machen.“ Für den Jügesheimer Sport- und Kulturverein stelle das Großprojekt finanziell sicher eine Herausforderung dar. Der Rodaupark sei „auf jeden Fall eine Bereicherung“.

Die Grünen stehen dem Vorhaben offen gegenüber. „Wir werden es konstruktiv begleiten“, versichert Fraktionsvorsitzender Benjamin Schwarz. Sehr positiv bewertet er die Tatsache, dass zwischen Neubauten und Rodau ein 35 Meter breiter Grünstreifen bleibe – die Fortsetzung des Rodauparks. „Es ist eine tolle Sache, dass der Verein das Gebiet ordnen und entwickeln möchte. Prima, dass da Bewegung reinkommt.“ Offen ist für Schwarz die Frage, „ob das finanziell alles so hinhaut“. Es sei zu prüfen, was die städtischen Vereinsförderrichtlinien hergeben – also wie viel Geld aus der Stadtkasse in das Projekt fließen könne.

Bilder: Konzert der Bundeswehr-Bigband

FDP-Fraktionsvorsitzender Heino Reckließ bezeichnet die Bebauung des Sportplatzes Weiskircher Straße und den geplanten Sportcampus vorbehaltlos als gute Idee: „Die Vorteile überwiegen. Vor allem der Krach hört auf.“

„Wir finden das grundsätzlich gut“, sagt Johannes Pickert von „Zusammen mit Bürgern“ (ZmB), dessen Fraktion bereits über das Projekt beraten hat. Kritisch sehe ZmB jedoch den zusätzlichen Straßenverkehr. Die Stadt müsse endlich ein neues Verkehrskonzept für ganz Rodgau aufstellen; der Generalverkehrsplan von 1987 sei längst überholt. Die ZmB-Fraktion wolle den Sportcampus nicht an Verkehrsfragen scheitern lassen. Es sei gut, dass der JSK sein Vorhaben durch den Grundstücksverkauf größtenteils selbst finanzieren könne. Die auf 200 000 Euro gedeckelte Investitionsförderung der Stadt wirke bei einem Millionenprojekt gering. Dennoch gebe es keinen Grund, die Förderrichtlinien zu ändern. (eh / bp)

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.