Gewürzwerk Kerry: 100 % Zustimmung zum Streik

Jügesheim (eh) - Die Belegschaft der Kerry Ingredients GmbH in Jügesheim streikt seit gestern für einen Sozialtarifvertrag. Die Gewerkschaftsmitglieder votierten in der Urabstimmung zu 100 Prozent für Streik, wie die Gewerkschaft Nahrung Genuss Gaststätten (NGG) berichtet.

„Zehn Kollegen sind heute noch eingetreten“, berichtet NGG-Sekretär Jürgen Hinzer. 51 Beschäftigte hätten abgestimmt.

Die Streikenden fordern ihren Arbeitgeber auf, Tarifverträge über Gehalt, Altersvorsorge und Zukunftssicherung abzuschließen. Besonders aktuell ist der Zukunftssicherungsvertrag zu Fragen wie Abfindung, Qualifizierung und Kündigungsfristen. Darauf kommt es an, falls das Unternehmen tatsächlich das Werk in Jügesheim schließen will. „Als Gewerkschaft dürfen wir nicht für den Erhalt eines Standorts streiken, wir können nur versuchen, die Folgen einer Schließung zu mildern“, sagt Peter-Martin Cox, NGG-Geschäftsführer in der Region Rhein-Main. Nach einem ersten Gespräch vom 29. Mai habe das Unternehmen nicht auf die Bitte um einen zweiten Termin reagiert, so Cox. Damit seien die Verhandlungen gescheitert.

Was die Kerry Group in Tralee (Irland) in Rodgau vorhat, können die 125 Beschäftigten nur ahnen. Hinzer: „Kerry hat noch nicht die Katze aus dem Sack gelassen.“ Der Rodgauer Betriebsratsvorsitzende Nico Mallevadore hofft heute bei der Tagung des europäischen Betriebsrats in Paris auf verlässliche Informationen von der Konzernspitze. „Wir glauben, dass die Geschäftsleitung nicht weiß, welch guten Standort sie hier in Rodgau hat“, sagt NGG-Mann Cox. Die Kosten könne man um 30 Prozent senken.

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © Symbolbild/dpa

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