Waldfreizeitanlagen Jügesheim und Weiskirchen gesperrt

Giftige Raupen breiten sich aus

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Spielplatz, Wiese und Grillhütte sind gesperrt: Flatterband und gelbe Schilder warnen davor, die Waldfreizeitanlage Jügesheim zu betreten.

Rodgau - Drei Wochen nach dem Waldfestplatz Weiskirchen ist jetzt auch die Anlage in Jügesheim gesperrt. Der Grund: Viele Bäume sind von den Raupen des Eichenprozessionsspinners befallen. Die Raupen voller feiner Haare, die schwere allergische Reaktionen auslösen können.

Bereits seit drei Wochen ist die Waldfreizeitanlage Weiskirchen gesperrt. Bei den laufenden Kontrollen im Stadtgebiet wurden nun weitere Nester entdeckt. Gelbe Schilder und rot-weißes Flatterband warnen davor, die betroffenen Waldflächen zu betreten. Die Stadt bittet darum, diese Warnung ernst zu nehmen. Wer das Flatterband abschneide, wie jüngst in Weiskirchen, bringe andere Menschen unnötig in Gefahr.

Der Eichenprozessionsspinner ist in Rodgau kein neues Phänomen. In den vergangenen beiden Jahren war es aber recht ruhig um diese Schädlinge geworden, weil die Eichen nicht nennenswert befallen waren. Jetzt sind die kleinen Raupen wieder vermehrt zu finden. Im Auftrag der Stadt kontrolliert eine örtliche Schädlingsbekämpfungsfirma die Bäume und entfernt die Nester. Allerdings ist es nicht immer möglich, alle Brutstätten aus einem Baum zu entfernen: Manche bleiben von der Hubarbeitsbühne unerreichbar.

Vorsicht in der Nähe von Eichen ist nicht nur an den beiden Waldfestplätzen geboten. Trotz intensiver Kontrollen dürften nicht alle befallenen Bäume bekannt sein. Die Stadt lässt die Schädlinge nur an stark frequentierten Orten wie Spielplätzen und Waldfreizeitanlagen bekämpfen. Eichenprozessionsspinner suchen sich bevorzugt Bäume am Waldrand aus, die von der Sonne erreicht werden. Man erkennt sie daran, dass sie in großen Gruppen auf Nahrungssuche gehen und oft in breiten „Prozessionen“ am Stamm entlangwandern.

Die Raupen dieses Nachtfalters sind über und über mit feinen Haaren besetzt, die ein Eiweißgift enthalten. Diese Haare brechen leicht ab. Auf der Haut und den Schleimhäuten löst das Gift allergische Reaktionen aus, unter anderem Ausschlag oder schmerzhaften Husten bis hin zum Asthma. Bei empfindlichen Menschen ist ein allergischer Schock möglich.

Für Menschen gefährlich sind besonders die Haare des dritten Larvenstadiums von Mai bis Juli. Die Brennhaare sind aber viel länger haltbar. Alte Larvenhäute bleiben in den Nestern zurück, außerdem reichen sich die Brennhaare in den Pflanzen unter den befallenen Bäumen an. Das Tückische daran: Schon ein leichter Wind kann die Haare des Eichenprozessionsspinners über weite Strecken tragen. Sie dringen in die Haut ein und haken sich fest. Auch Schleimhäute können betroffen sein, wenn man die Härchen einatmet. (eh)

Quelle: op-online.de

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