Versuchsbetrieb mit Gigalinern

Kreisel zu eng für lange Laster

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Auch ohne Riesenlaster ist es schon eng genug: Einfahrt vom Reiber-Kreisel in die Benzstraße im Gewerbegebiet Süd.

Nieder-Roden - Lastwagen-Gespanne mit Überlänge dürfen nun auch bis nach Rodgau fahren. Der Bundesverkehrsminister hat jetzt eine Strecke ins Gewerbegebiet Nieder-Roden-Süd für Riesenlaster bis 25,25 Meter freigegeben.

Schwierig wird es allerdings mit der Zufahrt: Der Reiber-Kreisel ist zu eng für so genannte Gigaliner. „Das Problem ist der Schwenkbereich im Kreisel“, sagt Erster Stadtrat Michael Schüßler. Überlange Fahrzeuge benötigten eine größere Schleppkurve auf der Seite des Rassegeflügelzuchtvereins. Die Straßen und Kurven innerhalb des Gewerbegebiets seien hingegen auch für überlange Fahrzeuge geeignet.

Der Wunsch nach einer Strecke für Riesenlaster sei nicht aus Rodgau gekommen. Schüßler: „Es ging darum, dass vom Bund ein Feldversuch initiiert wurde, mit dem wir konfrontiert wurden.“ Die Stadt gab daraufhin ein Gutachten in Auftrag, um die Eignung der Straßen zu untersuchen. Das Ergebnis: Das gravierendste Problem bestehe dort, wo die Stadt nicht zuständig ist. Der Verkehrskreisel liegt in der Verantwortung des Landesbetriebs „Hessen Mobil“, da er ein Teil der Landesstraße 3097 ist.

Kreisel steht im Verzeichnis der Gigaliner

Dennoch hat Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer den Kreisel und einen Teil des Gewerbegebiets in das Verzeichnis der Gigaliner-Strecken aufgenommen. Die „Zweite Verordnung zur Änderung der Verordnung über Ausnahmen von straßenverkehrsrechtlichen Vorschriften für Fahrzeuge und Fahrzeugkombinationen mit Überlänge“ ist am vergangenen Donnerstag im Bundesanzeiger erschienen.

Wird der Reiber-Kreisel nun umgebaut? Das hessische Straßen- und Verkehrsmanagement „Hessen Mobil“ sah sich gestern nicht in der Lage, diese Frage zu beantworten. Innerhalb des Gewerbegebiets erwartet der Magistrat keine großen Probleme. Pressesprecherin Sabine Fischer: „Begegnungsverkehr wird schwerer möglich sein. Man muss dann halt anders aufeinander Rücksicht nehmen.“ Auf den betroffenen Straßen (Benz-, Borsig-, Klöcknerstraße) werde es notwendig sein, Haltverbote konsequent zu beachten.

Auf fünf Jahre befristeter Feldversuch

So genannte Lang-Lkw werden bundesweit in einem auf fünf Jahre befristeten Feldversuch erprobt. Daran beteiligt sich unter anderem die Logistiksparte des Unternehmens DHL mit drei Fahrzeugen. Das habe aber nichts mit dem Paketzentrum in Nieder-Roden zu tun, erklärt Stefan Heß, der Regional-Pressesprecher der Deutschen Post DHL.

Auf die Frage nach Gigalinern winken örtliche Logistik-Unternehmen ab. „Für uns kein Thema“, meldet die Speer Logistik & Distribution GmbH aus der Klöcknerstraße. Die Geodis Logistics Deutschland GmbH lässt über ihre PR-Agentur mitteilen, sie nutze keine überlangen Lastwagen; dies sei von Kunden auch bisher nicht gewünscht worden.

Gigaliner werden nicht nur im Fernverkehr eingesetzt, sondern oft als Shuttles zwischen Fabrik und Lager. Im Hamburger Hafen soll sogar ein 46-Meter-Laster unterwegs sein - auf einer Strecke von nur zwei Kilometern. 

eh

Quelle: op-online.de

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