Wasserburg Hainhausen

Graben nach der Geschichte

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Mit Spaten, Schaufeln und feinerem Werkzeug sucht ein Dutzend ehrenamtlicher Helfer nach der Hainhäuser Wasserburg.

Hainhausen (eh) - In der Rodau-Aue hat am Montag die Grabung nach den Überresten der Hainhäuser Wasserburg begonnen. Der erste Fund war eine Keramikscherbe aus dem Mittelalter. Sie ist zwar keine Sensation, weckt aber Hoffnungen auf weitere Funde.

Bereits am frühen Nachmittag stießen die Helfer auf eine Mauer. Beim ersten Blick datierte Kreis-Archäologin Gesine Weber die Scherbe auf das 9. bis 13. Jahrhundert. Das Material: grauer Ton mit einem Anteil an Glimmer, die so genannte „graue Glimmerware“. „Die findet man im Rhein-Main-Gebiet an jedem mittelalterlichen Fundplatz zuhauf“, so Weber.

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Ein weiteres Fundstück der ersten Stunden war ein geschmiedeter Nagel, etwa fünf Zentimeter lang. „Solche Nägel gab es bis ins 19. Jahrhundert“, dämpft Weber allzu großen Optimismus. In einer grünen Plastiktüte wurden die Funde gesammelt, darunter auch Bruchstücke von Ziegeln neueren Datums.

Zwölf ehrenamtliche Helfer und die beiden Archäologinnen des Kreises Offenbach waren mit Spaten, Schaufeln und Schubkarren am Werk. Gemeinsam schachteten sie eine rund 150 Quadratmeter große Fläche aus.

Mauerreste unter der Erdoberfläche

Zuvor hatte ein Bagger die Grasschicht beiseite geschoben. Der Geschichts- und Kulturverein Hainhausen (GKH) hatte eigens einen Kleinbagger mit luftgefüllten Reifen organisiert, um den Druck auf den Boden gering zu halten. „Theoretisch hätten wir den Bagger auch etwas tiefer graben lassen können, aber das war uns zu heikel“, sagt Gesine Weber.

Die Vorsicht war berechtigt: Wenige Handbreit unter der Oberfläche stieß das Grabungsteam auf Mauerreste. Das war die Stunde der Archäologinnen und der erfahreneren Helfer, die bereits an früheren Ausgrabungen teilgenommen hatten. Mit Handfeger, Pinsel und Spitzkelle legten sie neben dem Mühlgraben ein Stück einer gefügten Mauer frei, die offenbar aus Basaltbruchsteinen besteht. Zur Wiese hin fanden sie weitere Mauersteine.

Aus welcher Zeit die Mauerreste stammen, ist noch nicht geklärt. Für den GKH-Vorsitzenden Roland Schlitt steht bereits jetzt fest: „Die Grabung war keine vergebliche Liebesmüh’.“

Quelle: op-online.de

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