Grippe-Impfstoff pünktlich geliefert

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Apothekerin Susanne Seitz (rechts) überreicht die kleine Kühlbox mit Grippe-Impfstoff an Arzthelferin Antje Demirovic in der Praxis Dr. Martin Sonnenberg in Urberach.

Weiskirchen (eh) ‐ In der Apotheke St. Peter gibt‘s seit ein paar Tagen noch mehr zu tun als sonst: Von Weiskirchen aus werden alle Ärzte im östlichen Kreis Offenbach mit Impfstoff gegen die so genannte Schweinegrippe versorgt.

Die Nachfrage steigt. „Wir mussten sogar einen Tag auf die Impfstoffe warten“, berichtet Inhaber Klaus Martin Sahm. Das war aber nur einmal der Fall. Seither läuft der Nachschub reibungslos.

Die punktgenaue Lieferung gehört zum Service. Pünktlich zum Beginn der Nachmittagssprechstunde um 14.30 Uhr stand Apothekerin Susanne Seitz gestern in der Praxis von Dr. Martin Sonnenberg in Urberach, in der Hand eine kleine graue Kühlbox mit 20 Fläschchen Impfstoff gegen das H1N1-Virus. Das Präparat ist kühlkettenpflichtig. Von der Herstellung bis zur Injektion muss es bei zwei bis acht Grad Celsius gelagert werden. Das bedeutet Kühlschranktemperatur. Zur Auslieferung wird das Präparat in vorgekühlte Thermoboxen umgepackt. Die Apotheke muss die Temperatur überwachen und dokumentieren.

Weite Fahrstrecken für einzelne Apotheker

Nicht jede Apotheke erfüllt die personellen und räumlichen Voraussetzungen, um den Grippe-Impfstoff zu verteilen. Das Gesundheitsministerium in Wiesbaden hat entschieden, wer die Verteilung übernehmen soll. „Da der Impfstoff dem Land Hessen gehört, ist das über die Pandemiepläne gelaufen“, erklärt Susanne Seitz. Neben der Apotheke St. Peter sind im Kreis Offenbach nur drei andere Apotheken dabei: in Langen, Neu-Isenburg und in Heusenstamm. Zwei weitere übernehmen die Versorgung in Offenbach.

Für die einzelnen Apotheken bedeutet das einen großen Einzugsbereich und weite Fahrstrecken. Allein in Weiskirchen haben bisher 29 Arztpraxen den Impfstoff geordert: aus Rodgau, Rödermark, Seligenstadt, Hainstadt, Mainhausen, Obertshausen, Dietzenbach und Heusenstamm.

Die Nachfrage ist ganz unterschiedlich. „Manche Arztpraxen haben die Anfangsmenge von 20 Impfdosen bestellt, hatten aber erst drei Interessenten“, berichtet Apothekerin Seitz, „andere haben morgens 20 bestellt und nachmittags 80 nachgeordert.“

Wenige Kunden suchen Rat

Nur recht wenige Kunden suchen Rat in der Apotheke und fragen, ob sie sich impfen lassen sollen. „Das kommt seltener vor als ich erwartet habe“, sagt Susanne Seitz. Nach den Erfahrungen mit der Zeckenimpfung hätte sie mit einem größeren Beratungsbedarf gerechnet: „Als der Kreis Offenbach zum Hochrisikogebiet für FSME wurde, haben uns die Leute die Türen eingerannt.

Und wie steht die Apothekerin selbst zur Schutzimpfung gegen die neue Grippe? „Dawir zum Gesundheitspersonal gehören, können wir uns bis zum 7. November im Gesundheitsamt impfen lassen. Aber ich bin noch nicht dazu gekommen.“

Quelle: op-online.de

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