Grippeimpfung nach Warteliste

Rodgau (eh) ‐ Nach dem schleppenden Beginn der Schutzimpfungen gegen die so genannte Schweinegrippe kommt es zu ersten Engpässen. Sowohl der Impfstoff als auch Termine in den Arztpraxen sind knapp. Patienten müssen sich auf Wartelisten setzen lassen.

Jeder Impfwillige in Hessen kann sich impfen lassen“, verkündet das Gesundheitsministerium. Falsch: Franz-Friedrich Partisch aus Dudenhofen hat bisher vergebens versucht, die immunisierende Spritze zu bekommen. Bei seinem Hausarzt waren die Impftermine dieser Woche bereits am Montag ausgebucht. Auch im Gesundheitsamt in Dietzenbach erhielt er keinen Schutz: Der Impfstoffvorrat reiche nur für Gesundheitspersonal, Feuerwehr und Polizei. „Nun bekomme ich vielleicht die Schweinegrippe, bevor ich geimpft bin“, fürchtet Partisch. Da helfen ihm auch die Ankündigungen des CDU-Ministers Jürgen Banzer nicht. Der hatte am Dienstag verlautbart: „Ich habe veranlasst, dass die Gesundheitsämter alle diejenigen impfen, die nicht von ihren Hausärzten geimpft werden.“

In Dietzenbach ist das anders. „Fakt ist, dass wir nach wie vor priorisiert die Schlüsselpersonen impfen“, sagte Kreis-Pressesprecherin Kordula Egenolf gestern Nachmittag. Begründung: Der Vorrat von zunächst 2 500 Impfdosen sei nur für diese Personengruppe bemessen.

Die Kranken müssen ja auch noch versorgt werden

Zur Hysterie besteht überhaupt kein Grund“, sagt Dr. Stefan Brenck, Allgemeinmediziner in Dudenhofen. Für nächste Woche seien mehrere Impftermine geplant, obwohl das in einer Praxis mit 120 Prozent Auslastung nicht einfach sei: „Wir müssen ja auch noch unsere Kranken versorgen.“ Die Schutzimpfung sei eine freiwillige Leistung, die er im Rahmen des Möglichen gern anbiete. Der Zeitaufwand sei erheblich: „Wir haben ja keine Massenimpfung im Bierzelt, die Menschen wollen ja auch aufgeklärt und beraten werden.“

Auch Kinder- und Jugendarzt Dr. Andreas Hinkel in Nieder-Roden berichtet von steigender Nachfrage: „Wir tun, was wir können.“ Aber im randvollen Terminkalender einer Arztpraxis könne man nicht auch noch 100 Impfungen am Tag unterbringen. Ein weiteres Problem sei die begrenzte Menge des Impfstoffs: „In der ersten Woche durften wir nur 20 Dosen ordern.“ Nur freitags dürfe er eine Bestellung an die Apotheke faxen, das Präparat werde montags ausgeliefert und müsse für die ganze Woche reichen. Deshalb impft Dr. Hinkel unter seinen jungen Patienten zunächst diejenigen, bei denen er das größte Risiko erwartet. Ein Wettlauf gegen die Zeit: „Bei kleinen Kindern braucht man zwei Impfungen im Abstand von drei Wochen, um einen vernünftigen Impfschutz aufzubauen.“ Bis dahin habe sich das Virus vielleicht schon in der Region ausgebreitet.

Quelle: op-online.de

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