Große Klasse auf dem Einrad

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Mit ihrer Gruppenkür „Las Vegas“ wurden die „Smiling Faces“ des TSV Dudenhofen Deutscher Vizemeister in der Altersklasse 15+. Die Junioren (unter 15 Jahre) wurden sogar Meister mit „Aladdin“.

Dudenhofen - (eh) Freude und Tränen liegen nah beieinander. „Wir sind die Ersten!“, jubeln zwei Mädchen nach einem Blick auf die Ergebnisliste ihrer Altersgruppe. Andere sind den Tränen nahe und suchen Trost bei Vereinskameradinnen oder Eltern.

Nervenkitzel und Begeisterung, Anspannung und erlösender Jubel: Ein Wechselbad der Emotionen durchlebten 191 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene am Wochenende in der Sporthalle der Claus-von-Stauffenberg-Schule. Zum ersten Mal wurde dort die Deutsche Meisterschaft im Einrad Freestyle ausgetragen.

Die Deutschlandfahne und die Fahnen der Bundesländer schwebten bei der Eröffnungsparade durch die Sporthalle.

Grund zum Jubeln hatten am Ende auch die Gastgeber vom TSV Dudenhofen. In der Gruppenkür, der publikumswirksamsten Disziplin des Einradfahrens, wurden sie Deutscher Juniorenmeister. Die 18 Mädchen von neun bis 13 Jahren begeisterten mit ihrer Sechs-Minuten-Choreographie zu „Aladdin“ nicht nur die rund 600 Zuschauer in der Halle, sondern überzeugten auch die Jury. Deutscher Vizemeister wurde der TSV in der Altersklasse 15+ mit einer temporeichen Gruppenkür „Las Vegas“.

Einen Vizemeistertitel holten auch Janina Messinger (20) und Christine Sutschek (22) mit ihrer Paarkür. Bei den unter 15-Jährigen kamen Tinja Klinkert und Lea Schuster auf einen sehr guten vierten Platz, nur haarscharf am Siegertreppchen vorbei.

Nach rund 15 Jahren wurde der bisherige Deutschland-Cup nun durch eine offizielle Meisterschaft abgelöst - ein Beweis dafür, dass das Einradfahren nun auch beim Bund Deutscher Radfahrer (BDR) als echte Sportart anerkannt ist. „Heute ist der Tag, den ich mir lange gewünscht hatte“, freute sich BDR-Einradkoordinator Peter Hahn am Samstag zur Eröffnung der Wettkämpfe. Zuvor hatten 70 TSV-Einradfahrerinnen aller Generationen eine bunte Eröffnungsparade von fast olympischer Qualität gezeigt.

Wie aus Kindern Kätzchen werden: Sarah Schadow schminkt Tinja Klinkert (rechts) und Lea Schuster für ihre Paarkür.

Dass diese Meisterschaft ausgerechnet in Dudenhofen ausgetragen wurde, war kein Zufall. Die TSV-Einradabteilung „Smiling Faces“ mit Elke Dubberstein an der Spitze zählt in dieser boomenden Sportart bundesweit zu den Favoriten. Was 1994 in einer Seitenstraße des Niederwiesenrings begann, ist längst mehr als ein Kinderspiel und hat nationale und internationale Erfolge hervorgebracht. Dabei hat der TSV nie die Bodenhaftung verloren, das Einradfahren ist Breitensport geblieben - und -zig Kinder sind voller Begeisterung dabei. Die Eltern sind so stark engagiert, dass sie am Wochenende 180 Helferdienste abdeckten: vom Brötchenschmieren über die Technik bis zur Betreuung des Matratzenlagers in der TSV-Halle.

Jede Menge Medaillen wurden am Sonntag in Dudenhofen vergeben.

Mit 34 Fahrerinnen starteten die „Smiling Faces“ zur Deutschen Meisterschaft. Die übrigen der 191 Sportlerinnen und Sportler waren bis aus Hamburg oder Bayern angereist. Als besonders stark erwiesen sich die Teilnehmer aus Nordrhein-Westfalen: Die Vereine aus Bottrop, Grafenwald und Dorsten werden auf den Siegerlisten mehrfach genannt.

Außer Konkurrenz startete Felix Dietze (21) aus Dudenhofen, der sich erneut auf die Einrad-Weltmeisterschaft vorbereitet. Nach der Absage eines Sportskollegen waren in seiner Altersklasse nur vier statt der vorgeschriebenen Teilnehmer gemeldet. Im neckischen grünen Kleidchen vollführte der junge Mann akrobatische Kunststücke auf dem Einrad, die an Zauberei grenzten.

Tränen gab es am Sonntag kurz vor dem Finale der Paarküren, als eine Teilnehmerin aus Bottrop beim Einfahren schmerzhaft stürzte. Mit Verdacht auf Bänderriss wurde sie ins Krankenhaus gebracht.

Quelle: op-online.de

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