Abfuhrunternehmen kommt kaum nach

Großer Ärger über Altglasberge

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Ein Meer von Flaschen umringte gestern die Glascontainer an der Wilhelm-Busch-Schule. - Fotos: Wolf

Rodgau - Hunderte leerer Flaschen vor überquellenden Glascontainern: Eine täglich wachsende Altglaslawine sorgte in den letzten Tagen für Ärger. Die Ursache war nicht nur der hohe Altglas-Anfall zum Jahreswechsel.

Seit Januar ist ein neues Entsorgungsunternehmen für die Leerung der Container zuständig. Nach Angaben des Unternehmens stimmten die Pläne der Containerstandorte nicht immer mit der Wirklichkeit überein. „Die Weihnachtsbäume sind im Stadtteil Nieder-Roden am 7. Januar entsorgt worden, aber die Flaschen sind noch da“, kritisiert unser Leser Dieter Wrede. Ebenfalls aus Nieder-Roden meldet sich Ronald Theile zu Wort: „Inzwischen stehen um die Container reihenweise Flaschen und Gläser, teilweise schon zerschlagen, und die Leute stellen noch mehr dazu.“ Von zwei Containerstandorten in Hainhausen berichtet Rolf Thiele von ähnlichen Zuständen: „Eine einzige Sauerei.“

An der Kopernikusstraße zwischen Sportgelände und Hotel leerten Arbeiter der Knettenbrech + Gurdulic Umweltservice GmbH gestern die Glascontainer und mehrere Kartons voller Flaschen. Die dicken Tüten voller Hausmüll, Windeln & Co. blieben liegen.

Aus Altglas-Aufkommen nach Weihnachten und Silvester sei in jedem Jahr extrem hoch, sagt Prokurist Michael Wack von der Knettenbrech + Gurdulic Umweltservice GmbH in Neu-Isenburg: „Da müsste man mit -zig Autos in das Sammelgebiet hineinfahren. So viel kann niemand vorhalten.“ Seit Jahresanfang leert Knettenbrech + Gurdulic die Altglascontainer im Kreis Offenbach. Die Behälter stehen an 550 bis 600 Standorten. „Wir haben es geschafft, innerhalb von fünf Werktagen fast den gesamten Landkreis abzufahren“, berichtet Wack. Das sei normalerweise Arbeit für vier Wochen. „Wir waren mit drei Fahrzeugen unterwegs und haben noch Subunternehmer eingesetzt, um unserer Aufgabe so gut wie möglich nachzukommen.“

Laut Einsatzplanung sollte dieser erste Durchgang am vergangenen Samstag abgeschlossen sein. Zumindest in Rodgau war das jedoch nicht völlig der Fall. Noch gestern Vormittag türmte sich ein Flaschenmeer rund um die Altglascontainer an der Wilhelm-Busch-Schule. Auch am Niederwiesenring, an der Kopernikusstraße und an anderen Standorten waren die Container noch nicht geleert. „Dem Disponenten wurden am Montag fünf Plätze nachgemeldet“, bestätigt Michael Wack. Daraufhin sei am Nachmittag ein Sammelfahrzeug aus Mainhausen nach Rodgau beordert worden.

Auf der Liste der Standorte seien diese fünf Containerplätze nicht zu erkennen gewesen, so Wack. So etwas könne beispielsweise dann geschehen, wenn Container umgesetzt würden. Die Stadtwerke Rodgau betonen, auf ihrer Internetseite seien alle Containerstandorte mit Geokoordinaten aufgeführt. Darauf habe man das Abfuhrunternehmen bereits am 7. Januar hingewiesen. Die Glascontainer am Recyclinghof seien entgegen der Zusage auch am Freitag noch nicht geleert gewesen. Auf die erneute Reklamation habe Knettenbrech + Gurdulic erklärt, der Firma seien Fahrzeuge ausgefallen.

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Die Ungeduld einiger Bürger sorgte für zusätzliche Verzögerungen. Michael Wack: „Das Hauptproblem ist, dass die Container überfüllt waren und die Flaschen daneben gestellt wurden. Unsere Mitarbeiter müssen die ganzen Plätze aufräumen. Das kostet sehr viel Zeit. Dann stehen sie an einer Stelle, die sie normalerweise in zehn Minuten abgefahren haben, eine halbe Stunde.“ An manchen Stellen mussten die Arbeiter bis zu 1,5 Kubikmeter Altglas von Hand einwerfen.“ Zum nächsten Jahreswechsel soll alles besser werden: Knettenbrech + Gurdulic will vor Weihnachten alle Glascontainer leeren und auch zwischen den Jahren noch mal fahren. 

eh

Quelle: op-online.de

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