„Emil und die Detektive“ auf der Bühne

Mut zum Musical wird belohnt

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Das Unheil nimmt seinen Lauf: Ganove Grundeis (Michael Gutjahr-Willmutz) macht sich im Zug an Emil ran. Seine stets besorgte Mutter hatte ihn vor vielem gewarnt, nicht aber vor freundlichen Herren mit Melone und Bonbontüte.

Nieder-Roden - Experiment geglückt: Mit „Emil und die Detektive“ hatte sich das Große Welttheater erstmals an ein Musical gewagt, und der Mut wurde belohnt. Die Premiere am Samstagabend war ein mehr als stimmiges Stück Theater. Von Michael Löw

Melanie Wörner, Anja Werner und Jens Förtig hatten den Kästner-Klassiker mit 17 Kindern und 25 Erwachsenen einstudiert. Zum Texte sprechen kam diesmal das Lieder singen. „Sehen Sie uns nach, wenn der ein oder andere Ton mal nicht so sitzt“, hatte Erzähler Günther Ullmer anfangs um Verständnis geworben - eine Sorge, die ziemlich überflüssig war.

Wie die alten Hasen spielten beispielsweise Adrian Hofferberth und Benjamin Langer. Der erste mimte die Hauptperson Emil Tischbein, dem auf der Bahnreise nach Berlin 140 Mark gestohlen werden, dem zweiten war die Rolle des vorlauten Berliner Steppkes Gustav, der die Detektive zusammentrommelt, auf den Leib geschrieben.

Von der Melone bis zum Lackschuh herrlich böse war Ganove Grundeis. Michael Gutjahr-Willmutz hatte sich offenbar die Schlange Kaa aus dem „Dschungelbuch“ zum Vorbild genommen und schläferte Emil im Zugabteil mit jeder Menge Scheinheiligkeit ein, um an sein Geld zu gelangen.

Bilder von der Premiere

Musical „Emil und die Detektive“

Das Katz-und-Maus-Spiel im Berlin der zwanziger Jahre lebte von der Spielfreude und dem Spielwitz aller Darsteller. Ein großer Lacher im Smartphone-Zeitalter war die Frage des Professors (Louis Spahn) an die versammelten Detektive, wer denn ein Telefon habe. Worauf sich zaghaft nur ein paar Hände hoben und die kleine Dienstag (Delia Schuckmann) zur Fernsprechzentrale daheim vergattert wurde, obwohl sie viel lieber den gemeinen Dieb gejagt hätte.

Gemeinsam sind die Kinder stärker als jeder Bösewicht, und natürlich siegt am Ende die Gerechtigkeit. Emil bekommt nicht nur seine 140 Mark wieder. Denn Grundeis entpuppt sich als lang gesuchter Bankräuber, auf dessen Kopf 1 000 Mark Belohnung ausgesetzt sind.

Wer Lust aufs Musical „Emil und die Detektive“ bekommen hat, kann es sich heute nochmal ansehen. Die dritte und vielleicht letzte Vorstellung beginnt um 19 Uhr im Bürgerhaus Nieder-Roden. Aber vielleicht beflügelt der Erfolg die Truppe des Großen Welttheaters und sie geht auf Tournee. So wie 2009 mit dem „Datterich“.

Quelle: op-online.de

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