Grundstückspreise fairer gestalten

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Die „ungelenkte Vermarktung von Bauland“ treibe die Preise oft „derart nach oben, dass sich die meisten jungen Familien mit Kindern ein solches Baugrundstück nicht mehr leisten können“, meint die SPD.

Rodgau (bp) ‐ Die Entwicklung von Neubaugebieten durch die Hessische Landgesellschaft (HLG) stellt eine gerechtere Verteilung der Wertsteigerung sicher, die Grundstücke erfahren, sobald Acker zu Bauland wird.

Diese Meinung vertritt die SPD in einer Pressemitteilung. „Bisher war es leider oft so, dass einige wenige Grundstückseigentümer durch den Verkauf ihres zu Bauland gewordenen Ackers riesige Gewinne eingefahren haben, während die Stadt zumindest teilweise auf den Kosten für die Infrastruktur des neuen Baugebiets sitzen geblieben ist“, argumentiert der Fraktionsvorsitzende Stefan Vogler. Zu dieser Infrastruktur gehörten nicht nur Straßen, Wasser und Abwasser, sondern auch Betreuungsplätze für Kinder.

Die „ungelenkte Vermarktung von Bauland“ treibe die Preise oft „derart nach oben, dass sich die meisten jungen Familien mit Kindern ein solches Baugrundstück nicht mehr leisten können“.

Deshalb halten es die Genossen für einen guten Weg, dass die Stadtverordnetenversammlung die Entwicklung der Neubaugebiete H 17 („Hainhausen West“) und J 41 („Auf den Bruchgärten“) in Jügesheim der HLG übertragen hat (wir berichteten).

Dienstleistungen für Städte und Gemeinden

„Wir sind der Auffassung, dass die enormen Wertsteigerungen, die Grundstücke erhalten, wenn sie zu Bauland werden, gerechter verteilt werden sollten“, sagt Vogler. Bürgermeister Jürgen Hoffmann (SPD) und der Magistrat hätten dies aufgegriffen und für die beiden neuen Baugebiete umgesetzt.

Die HLG ist ein Dienstleistungsunternehmen für Städte und Gemeinden, das sich größtenteils im Besitz des Landes Hessen befindet. Die HLG erwirbt im Namen der Stadt die Grundstücke, um sie nach der Erschließung als Bauland an die bisherigen Eigentümer oder andere Interessenten zu verkaufen.

Der Vorteil für Rodgau besteht der SPD zufolge darin, dass die Stadt die neuen Straßen und sonstige Einrichtungen nicht vorfinanzieren müsse. Zusätzlich werde eine zügige Bebauung der Grundstücke sichergestellt. Baulücken würden vermieden. Angesichts der städtischen Schulden sei dies ein kostengünstiger Weg der Stadtentwicklung. „Da die HLG für ihre Leistungen nur eine Bearbeitungsgebühr berechnet, entstehen für die Käufer nur geringe zusätzliche Mehrkosten. Die Grundstücke können entweder voll erschlossen oder auch nicht erschlossen erworben werden. Das Verfahren besitzt eine preissteuernde Wirkung und bietet Bauwilligen Grundstücke zu erschwinglichen Preisen.“

Einziges Risiko: Sollten sich Grundstücke binnen zehn Jahren nicht vermarkten lassen, muss die Stadt sie der HLG abkaufen.

Quelle: op-online.de

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