Gugi gibt Kappe ab

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Sebastian Mahr (links) verkörpert künftig den Gugi, die Symbolfigur der Giesemer Fastnacht. Florian Adams (rechts) hat diese Rolle sieben Jahre ausgefüllt. Wir trafen beide am Gugibrunnen vor dem Rathaus.

Jügesheim (bp) ‐ Der Gugi von Giesem, Florian Adams, die Symbolfigur der Giesemer Fastnacht, gibt heute Abend bei der Galasitzung der TGS in der Narhalla am Ostring Stock, Kappe und Tasche ab an seinen Nachfolger Sebastian Mahr.

Sieben Jahre diente Adams der Giesemer Fastnacht als Gugi, hielt zahlreiche Kampfreden aus der Bütt, machte auf Missstände aufmerksam und legte sich auch mit den Kleinen und Großen der Lokalpolitik an. Wir trafen Adams und Mahr zum Fototermin am Brunnen vor dem Rathaus, dessen zentrale Figur der Gugi ist. Hier das Zwiegespräch der beiden am Tag vor der Amtsübergabe:

Florian: Na, Großer, bist du schon aufgeregt?

Sebastian: Die Angespanntheit sorgt für hohe Konzentration.

Florian: Aber als Messdiener bist du doch öffentliche Auftritte gewohnt.

Sebastian: Ja, das stimmt. Da habe ich auch den Segen des Herrn. In meiner neuen Rolle muss ich mir den Respekt erst erarbeiten. Du kennst das doch aus deiner Zeit.

Florian: Ich musste auch darum kämpfen. Wie überall ist aller Anfang schwer. Ich hatte den Vorteil, dass, bedingt durch meine Bürgermeisterrolle am Anfang meiner Karriere, die Bürger freundlich zu mir waren. Während du jetzt mit dem Heiligenschein kommst.

Sebastian: Den musste ich mir auch erarbeiten. Ob berechtigt oder nicht. Du kennst es ja, wenn die Hölle einen Teufel loswerden will, wird er in den Himmel gelobt.

Florian: Verstell dich nicht und mach dich nicht zu klein. Es kommt gut rüber wenn der, der die Leviten liest, den Überblick hat. Von der Größe her brauchst du weder Bütt, noch Kanzel während ich gelegentlich ein Schawellsche brauchte.

Sebastian: Das war ja eine intelligente Lösung. Das hat doch deine Reden ausgemacht. Auch dass du dich dabei nicht so wichtig genommen hast und auch über dich selbst lachen konntest. Verstand ohne Humor geht immer, aber nicht umgekehrt. Was macht man eigentlich als Gugi-Vorruheständler in deinem Alter?

Florian: Ich werde es genießen, eine Sitzung ohne Stress ansehen zu können. Ich möchte verstehen, warum die Gäste so gerne zu uns kommen. Ansonsten bin ich weiterhin aktiv. Guggemusik, En Haufe Leut, es bleiben viele Möglichkeiten. Und was gibst du ab, Theater bei Tanja Garlt, Guggemusik, Gugisheimer, En Haufe Leut, Messdiener? Hast du eigentlich vom Pfarrer den Segen bekommen.

Sebastian:Dem Pfarrer gefällt es. Er liest ja auch gerne die Leviten. Da habe ich einiges gelernt. Meinem Chef weiter oben vertraue ich. Er wird mir manche Eingebung senden. Trauerst du eigentlich schon? Als du an Aschermittwoch deinen Rückzug als Gugi bekannt gegeben hast, bist du doch fast in deinen eigenen Tränen ertrunken.

Florian: Es war wirklich gut, dass ich meinen Freischwimmer habe. Heut bin ich sehr entspannt. Es ist ja nicht leicht einen Nachfolger zu finden, der in meine Fußstapfen passt. Dich hatte ich schon lange im Auge. Ich habe ganz viel Freude zurückbekommen. Wenn ich die Freude geteilt habe, hat sie sich verdoppelt. Ich freue mich darauf, dir dieses Amt zu übertragen.

Wer war Gugi?

Wir haben diese Frage im Internet recherchiert und wurden auf der Seite der Giesemer Guggemusik fündig. Hier Auszüge:

‐ „Ein Vogt Karl des Großen mit Namen Gugin - oder auch Guginhart - wird urkundlich in der Zeit von 1189-1220 als Gründer von Jügesheim erwähnt. Er gab seinem Heimatdorf den Namen Guginsheim, der sich über die Jahre von Gugenheim, Gugesheim, Gugisheim, Giesem bis hin zu Jügesheim wandelte.

Der erste Bürger von Giesem - der Gugi - wurde im Jahr 1976 durch die Karnevalsabteilung der TGS-Jügesheim wieder zum Leben erweckt. In der Kampagne 1976/77 wurde der Ur-Giesemer durch Joachim Stoffel verkörpert. Seitdem ist der Gugi von Giesem fester Bestandteil der Karnevalsabteilung und ist zur Symbolfigur der Giesemer Fassenacht geworden.

Nach zwei Jahren im Amt gab er 1978 Hut und Gugistab an Gerald Brehler weiter, der erstmals in der Kampagne 1980/81 den Ruf „Oh, Ihr Giesemer, was is aus Euch geworn?“ durch die Narrhalla erschallen ließ (...).“

Quelle: op-online.de

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